Das Handwerk des Matreiers ist in Australien sehr gefragt
Der Matreier Klaus Riepler baute sich vor 14 Jahren in Australien ein neues Leben auf. Er lebt mit seiner Fa-milie in der Metropole Sydney und führt seit sieben Jahren einen Zimmereibetrieb.

Foto © KK/PrivatDiesen Ausblick kann der Auslandsosttiroler Klaus Riepler jeden Tag aufs Neue genießen
Das Opernhaus von Sydney, das Wahrzeichen der Millionenmetropole, kann der gebürtige Matreier Klaus Riepler jeden Tag aufs Neue bewundern. Seit 14 Jahren lebt der Auslandsosttiroler im fernen Australien, wo er seit sieben Jahren einen Zimmereibetrieb führt.
Schüleraustausch. Seine Liebe für den Kontinent am anderen Ende der Welt entdeckte der heute 38-Jährige bereits im Jahr 1989. Damals war der Osttiroler als Schilehrer im Nordtiroler Gerlos tätig. "Unsere Schischule machte einen Austausch mit einer Schischule in Australien. Ich wurde dort hingeschickt, um meine Englischkenntnisse zu verbessern, da ich kein Wort davon sprach", erinnert sich Riepler, der durch diesen Austausch im Zillertal seine australische Frau Vanessa kennen und lieben lernte.
Den richtigen Schwung. Bevor Riepler 1995 durch seine Frau endgültig den Schritt auf die Südhalbkugel wagte, lehrte er auf Pisten in Österreich als auch in Amerika den richtigen Schwung im Schnee. "Ein Jahr lang war ich auch als Schilehrer in Vermont tätig. Ich habe in Australien einen Enkel der Familie Trapp getroffen, der mich nach Vermont eingeladen hatte", erklärt Riepler. In Thredbo, Australiens höchstem Schigebiet in den "Snowy Mountains", ließ sich der Auswanderer anfänglich nieder. "Neben meinem Beruf als Schilehrer besuchte ich in Cooma, 100 Kilometer vom Schigebiet entfernt, eine Zimmererschule. Denn eigentlich wollte ich immer schon Zimmerer werden", berichtet der Matreier, der bei Oswald Mühlstätter in Matrei die Lehre zum Einzelhandelskaufmann absolvierte.
Gute Aufstiegsmöglichkeit. Die guten Aufstiegsmöglichkeiten in der Zimmerer-Branche haben den Osttiroler überzeugt. "Ich dachte mir, ich probier es und es hat funktioniert", so der 38-Jährige, der heute in Sydney, der größten Stadt Australiens mit seiner Frau und den Kindern Thomas (11) und Arabella (8) lebt. Vor sechs Jahren legte der Auslandsosttiroler die Baumeisterprüfung erfolgreich ab.
Selbstständig seit sieben Jahren. Seit sieben Jahren ist er mit seiner Firma "Active Building Construction" selbstständig. "Europäische Handwerker sind hier sehr gefragt, da sie für ihre professionelle Arbeit bekannt sind", erklärt Riepler, der die Vielfalt Australiens schätzt. "Vom Schifahren bis zum Schwimmen am Strand, kann man hier alles machen. Es haben sich Menschen aus der ganzen Welt niedergelassen, es gibt super Restaurants und der Strand ist direkt bei der Stadt", schwärmt der Matreier, dem besonders das relaxte Lebensgefühl der Australier gefällt. In seiner Freizeit betreibt er mit seiner Familie viel Sport. Vom Fußball über Golf, Schwimmen, Segeln und natürlich Schifahren bis hin zum Reiten spannt sich der Bogen. "Mein Schwager hat eine Farm. Zwei Mal im Monat nutzen wir die Möglichkeiten und reiten 40 bis 50 Kilometer am Strand entlang. Das ist gewaltig", strahlt der Auswanderer, der sich in seiner Jugend Tiroler Landesmeister im Springreiten nennen durfte. Mit seinen Kindern spricht der Osttiroler Hochdeutsch. "Würde ich mit ihnen Matreierisch sprechen, müssten sie bei einem Heimatbesuch in Lienz wohl Englisch reden", scherzt der Auslandsosttiroler, dessen Leben von seinen Osttiroler Wurzeln geprägt ist.
Mit Osttirol verwurzelt. "Ich laufe zwar nicht in der Lederhose herum, aber einmal im Monat treffen wir uns mit österreichischen Freunden zum Essen", verrät der Unternehmer, der einmal pro Woche in die Heimat telefoniert. Seit seine Schwester Sabrina ebenfalls in Sydney ihre Zelte aufgeschlagen hat, ist das Heimweh nicht mehr so schlimm.
Unentschlossen. Dennoch vermisst Riepler seine Familie und seine Freunde, die Berge und den Männergesangsverein Matrei. "Ich war jahrelang als Sänger aktiv", so der Osttiroler, der sich vorerst eine Heimkehr in die Tauernmetropole nicht vorstellen kann. "Aber ob ich für immer in Australien bleibe, weiß ich nicht", blickt Riepler in die Zukunft.
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Auch die Kinder Thomas und Arabella reiten wie Papa Klaus gerne ausFoto © KK/Privat
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Unternehmungslustig: Die Rieplers unternehmen viel in ihrer FreizeitFoto © KK/Privat
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Grenzenlos. Die "Kleine Zeitung" stellt in ihrer Serie "Auslandsosttiroler" seit einigen Monaten in loser Reihenfolge Menschen aus dem Bezirk vor, die sich in der Ferne ein neues Leben aufgebaut haben.
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