"Es ist wie eine Talfahrt ohne Halt"
Alfredo Ceklan (36) aus Debant kämpft sich in die Arbeitswelt zurück. Ein steiniger Weg. Ein Beitrag zum heutigen "Tag der Arbeitslosen".

Foto © Hatz
"Ich will arbeiten und versuche alle Wege zu finden, das auch zu bewerkstelligen." Alfredo Ceklan aus Debant will gleich zu Beginn dem allgemeinen Vorurteil, Arbeitslose seien nur zu faul zum Arbeiten, mit aller Entschiedenheit begegnen. "Niemand kann sich vorstellen, was es heißt, seine Arbeit zu verlieren", sagte der gelernte Zimmerer.
Steinig. Vor knapp zwei Jahren sei dies für den 36-Jährigen der Fall gewesen. Vorher wechselte er nach der Lehre häufig die Arbeitsstellen. Krankheitsbedingt, wie er anfügt. Immer tiefer sei der Fall gewesen, ein Zurück in den Arbeitsprozess steinig. Bei Vorstellungsgesprächen hätte er dies zu spüren bekommen. "Was haben Sie zuletzt gearbeitet?" Seine Antwort darauf: "Ich bin seit eineinhalb Jahren arbeitslos und schon war das Vorstellungsgespräch vorbei." Damit beginne auch der Spießrutenlauf in der Gesellschaft und der Makel, "zu faul zum Arbeiten" zu sein, hefte wie ein Markenzeichen auf einem.
Genesen. "Es ist wie eine Talfahrt ohne Halt", sagt der Osttiroler. Ceklan resignierte nie, fand eine Station zur Genesung in der Gesellschaft für Psychische Gesundheit in Lienz. Dort lernte er wieder einer Beschäftigung nachzugehen. Ende Oktober 2008 fand der Zimmerer eine über das Arbeitsmarktservice geförderte Anstellung als "Transitmitarbeiter" im sozialökonomischen Betrieb "Schindel & Holz".
Die Hoffnung. Ein Jahr kann Ceklan dort bleiben, dann muss er wieder für den Arbeitsmarkt fit sein. Für seine Zukunft hat er konkrete Vorstellungen. "Ich bin handwerklich sehr geschickt, aber aufgrund meiner Krankheit habe ich Probleme mit der Höhe und kann als Zimmerer nicht mehr auf Dächer steigen. Daher würde ich gerne als Hausmeister arbeiten." Seine Freundin drückt ihm wie sein Betreuer Hans Schantl fest die Daumen, dass es gelingt.














