Schutz für Osttirols Schlagader
EU-Tunnelrichtlinie für zwei Röhren trifft Felbertauern nicht. Derzeit wird an Programm für mehr Galerien und neue Lawinenverbauungen gefeilt.

Foto © RuggenthalerLawinen bedrohen Felbertauernstraße. Der vergangene Winter erfordert neue Sicherheitsmaßnahmen
Einröhrige Tunnel wie am Felbertauern sind Verkehrsexperten ein Gräuel - vor allem dann, wenn die Tunnel hoch belastet sind.
Nicht finanzierbyr. Bis 2019 will die EU-Verkehrskommission Erweiterung auf zwei Röhren. Der Durchlass am Felbertauern ist von dieser Tunnelrichtlinie nicht betroffen. Der Grund: "Weil wir bei den Frequenzen unter ferner liefen sind, eine zweite Röhre von den Frequenzen her nicht vertretbar und auch nicht finanzierbar ist", sagt Karl Poppeller, der geschäftsführende Direktor der Felbertauernstraße AG. Er spricht von einem Fahrzeugaufkommen, das in den nächsten zwei Jahren schwer zu halten sein werde. Beim Schwerverkehr registriert man Rückgänge von 20 Prozent. So wird es weder Überlegungen noch Planungen in Richtung zweiter Röhre geben. Trotzdem ist mehr als genug zu tun: Der vergangene Winter hat der Straßengesellschaft mit unzähligen Lawinenabgängen Sorgen, Mauteinbußen, tägliches Bangen und eine arbeitsreiche Zukunft beschert.
Nicht Galerie an Galerie. Poppeller: "Wir müssen auf die Ereignisse des Winters reagieren". Einen entsprechenden Auftrag dafür erhielt der Vorstand in der Vorwoche vom Aufsichtsrat. Ein Sicherheitsprogramm für die Schlagader Osttirols soll bis zum Juni stehen. Details zu den Sicherungsmaßnahmen liegen derzeit noch nicht vor. Für Vorstand Poppeller steht jedoch fest: "Unmöglich ist es, überall dort eine Galerie zu bauen, wo eine Lawine abgegangen ist". Er führt ins Treffen, dass von 1,3 Millionen jährlicher Fahrzeuge, die die Mautstraße passieren, 50 Prozent touristische Frequenz sei.
Mit Augenmaß. "Die Attraktivität der Straße spielt für deren Benutzung eine große Rolle und sie muss erhalten bleiben", sagt Vorstand Poppeller. Mit Augenmaß will man auf den heurigen Lawinenwinter antworten: Lawinenverbauungen in der Natur, Umlenkdämme, aber es wird auch Galerieverlängerungen und neue Galerien gegen die Bedrohungen geben. Welche Kosten mit dem Lawinensicherheits-Programm auf die Straßengesellschaft zukommen, steht derzeit noch in den Sternen. Karl Poppeller überzeugt: "Von unserem bestehenden Investitionsprogramm müssen wir uns sicher verabschieden".
Features
Fakten zur Felbertauernstraße
Betrieb. Seit Juni 1967
Frequenz. Knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge passieren pro Jahr die Mautstraße, 50 Prozent davon sind touristische Frequenz
Rückgänge. Der Schwerverkehr geht zurück, Rückgänge bei Lkw betragen 20 Prozent (150 Vier- und Mehrachser weniger pro Tag)
Eigentümer. Die 36,3 Kilometer lange Straße mit 5,3 Kilometer langem Scheiteltunnel ist zu 60 Prozent im Besitz des Bundes, 35 Prozent Anteile an der Aktiengesellschaft hält das Land, der Rest Gemeinden
Sicherheit. Rund 40 Millionen Euro investierte die Straße zwischen 2001 und 2006 in die Sicherheit des Tunnels.














