Noch kein Anstieg bei Jugendarbeitslosigkeit
Während die Jugendarbeitslosigkeit überall dramatisch steigt, ist sie in Osttirol im März noch auf Vorjahresniveau. Viel Schnee bremst die Baubranche.
Junge Arbeitnehmer sind eine der ersten, die die Wirtschaftskrise hautnah zu spüren bekommen. In Zeiten von Kurzarbeit und Kündigungswellen sind Neuanstellungen rar gesät. Tirolweit stieg im Monat März die Arbeitslosigkeit bei den 20- bis 24-Jährigen um 56,9 Prozent. In Osttirol bewegte man sich auf Vorjahresniveau.
331 Arbeitssuchende. "Beim Arbeitsmarktservice Lienz sind derzeit 331 Arbeitssuchende unter 25 Jahre vorgemerkt. Wir liegen damit dort, wo wir uns in den letzten Jahren bewegt haben", sagt AMS-Leiter Otmar Frena. Dafür, warum Osttirol vom teils dramatischen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit noch verschont geblieben ist, gibt es mehrere Gründe. "In Osttirol ist die Leiharbeit, die viele Jugendliche betrifft, kaum ein Thema", sagt Frena. Leasing-Arbeiter zählen zu den größten Verlieren der Wirtschaftskrise.
Autoindustrie. Auch die arg gebeutelte Autoindustrie und Zuliefererbranche spielt in Osttirol keine Rolle. "Bei uns sind viele Unter-25-Jährige im Gastgewerbe. Im April ist diesbezüglich wieder ein Anstieg zu erwarten", so Frena. Nichts desto trotz waren mit 31. März 2227 Personen, davon 1318 Männer (+275) und 909 (-9) Frauen, im Bezirk Lienz als arbeitslos gemeldet. 266 Personen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres sind ohne Beschäftigung. Einer der Hauptgründe dafür ist der späte Start der Bausaison. "Allein 150 Personen müssen wegen dieser Verzögerung länger stempeln als in anderen Jahren", erklärt AMS-Leiter Otmar Frena, wobei er darauf verweist, dass der vergangene milde Winter schlecht vergleichbar ist.
Krise? Weitere sind Opfer der Wirtschaftssituation. "Ob die Krise dahinter steckt, kann ich nicht beurteilen. Es gab einen Konkurs, aber auch Metall und Elektroberufe waren betroffen", so Frena.
Features
Statistik März 09
Arbeitslosenquote. 6,2 Prozent
Anstieg. In Tirol kam es im März mit +6072 Personen - oder 43,2 Prozent - zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Altersgruppen. 15- bis 19-Jährige (+37,7%), 20- bis 24-Jährige (+56,9%), 25- bis 49-Jährige (+43,1%). Über 50-Jährige (+35,6%).
Bezirke. Kufstein (+62,5%), Imst (+60,3%), Reutte (+56,5%), Schwaz (+51,8%), Kitzbühel (49,1%), Innsbruck (+42,1%), Landeck (+27,5%), Lienz (+13,6%)














