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Zuletzt aktualisiert: 21.03.2009 um 20:47 UhrKommentare

Seine Reise nach Neuseeland "endete" in Deutschland

Alfred Köll aus Nußdorf-Debant wollte nach Neuseeland, blieb aber vor 30 Jahren in Langenfeld/Rheinland hängen. Dort leitet er eine Dachdeckerei.

Alfred (zweiter von rechts) mit seinen Geschwistern Maria, Josefa, Alban und George

Foto © KK/PrivatAlfred (zweiter von rechts) mit seinen Geschwistern Maria, Josefa, Alban und George

Dem Ruf der Ferne folgte Alfred Köll aus Nußdorf-Debant vor 30 Jahren. Seither lebt der heute 49-Jährige in Langenfeld/Rheinland in Deutschland, wo er eine Firma für Dachdeckerei und Bauwerksabdichtung betreibt. Ursprünglich sollte das Abenteuer Auswanderung den gebürtigen Osttiroler ans andere Ende der Welt, genauer gesagt nach Neuseeland, führen.

Sprungbrett. Sein Abstecher ins nähere Deutschland sollte als Sprungbrett dafür dienen. Doch es kam alles anders als geplant. "Als ich nach Neuseeland auswandern wollte, lernte ich in einer Disko meine zweite Frau kennen und ich bin dann doch in Deutschland geblieben", sagt Köll, der vor 30 Jahren seine Heimat verließ, um in Deutschland Arbeit zu finden. "Es war nicht einfach meine Familie und meine besten Freunde zu verlassen. Zum Glück hatten sich einige Bekannte aus Osttirol hier niedergelassen", erinnert sich Köll an seine Anfänge im Ausland, die nicht einfach waren.

Werdegang. Die Beschaffung der Arbeits- beziehungsweise Aufenthaltserlaubnis sowie die Wohnungssuche stellten den Osttiroler auf die Probe. Der gelernte Dachdecker, der in Matrei in Osttirol das Licht der Welt erblickte und im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie nach Debant zog, arbeitete zunächst bei einer Firma in Langenfeld. "Nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze bin ich auf Montage nach Ostdeutschland gegangen, wo ich mich als Subunternehmer selbstständig gemacht habe, beschreibt Köll seinen beruflichen Werdegang. Nachdem der Aufschwung im Osten vorbei war, versuchte sich der Osttiroler für kurze Zeit wieder als Angestellter. "Ich musste bald feststellen, dass mir das Arbeiten auf eigene Rechnung besser gefällt. Seit 2003 bin ich wieder selbstständig", so Köll.

Ab in den Süden. Seine Freizeit ist deshalb rar gesät. "Meine Schwiegermutter ist bereits 87 Jahre alt. Sie hat für mich immer viel in Haus und Garten zu erledigen", berichtet Köll, der seit 1995 mit seiner Frau Birgit verheiratet ist. Aus erster Ehe hat Köll einen 28-jährigen Sohn, der als Speditionskaufmann tätig ist. Obwohl es für den Auslandsosttiroler schön wäre als Rentner in Österreich zu leben, schwärmen er und seine Frau für die Sonneninsel Gran Canaria und sind am Überlegen, später einmal in wärmere Gefilde zu ziehen. "Ab und zu habe ich schon Heimweh. Wie heißt es doch: Dahoam is Dahoam. Rein beruflich sehe ich meine Zukunft bis zum Rentenalter allerdings in Deutschland", so Köll, der, sollte es seine spärliche Zeit zulassen, ab und zu nach Osttirol fährt, um seine Geschwister zu besuchen. Neben Familie und Freunde vermisst der Unternehmer die Tiroler Küche. Auch eine schöne Bergtour steht für Köll ganz oben auf der Wunschliste.

KRISTINA PRANTER-KREUZER

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Alfred Köll hat in Langenfeld/Rheinland ein neues Zuhause gefundenFoto © KK/Privat

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Mit seiner Fima verschiefert er Kamine oder erneuert auch DachrinnenFoto © KK/Privat

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