Polizei möchte mehr Überwachung
Drei Brennpunkte sorgen in der Lienzer Innenstadt für nächtlichen Ärger. Osttirols Polizeichef will Anpassung der Sperrstunde und eine Handhabe zur Videoüberwachung.

Foto © HatzHannes Gatterer und Thomas Perfler mit Polizeihund Shadow auf Streife
Eine Analyse der nächtlichen Auswüchse im Lienzer Zentrum aus dem vergangenen Jahr lässt für Osttirols Polizeichef Silvester Wolsegger nur mehr zwei Alternativen zu: Die Innenstadt muss an drei neuralgischen Punkten polizeilich videoüberwacht und die Sperrstunden entsprechend angepasst werden.
81 strafrechtliche Delikte. Allein an den Brennpunkten - Hauptplatz, Stegergarten und Zwergergasse - registrierte die Exekutive im Vorjahr 81 strafrechtliche Delikte sowie 211 Verwaltungsübertretungen. Die Palette im strafrechtlichen Bereich reicht von schwerer Körperverletzung bis hin zu Sachbeschädigungen. Einen "Strafzettel" fassten die Nachtschwärmer wegen Anstandsverletzungen wie öffentliches Urinieren oder Lärmbelästigungen aus. Wolsegger hat sich akribisch in die Materie eingearbeitet und auch ein umfangreiches Täterprofil erarbeitet.
Erwachsene als Täter. So befindet sich im Täterkreis vorwiegend die Altersgruppe über 18 Jahren (58,5 Prozent). "Immer noch recht hoch", sagte Wolsegger sei mit 17 Tätern die Gruppe zwischen 16 und 18 Jahren (32 Prozent). Hingegen spielen 15-Jährige mit fünf Tätern eine geringe Rolle. Für Wolsegger ein klares Indiz dafür, dass die Radaubrüder in der Innenstadt aus dem erwachsenen Milieu stammen und somit strafrechtlich nicht mehr unter das Jugendschutzgesetz fallen. Wolsegger klärt auf: "Besonders interessant an der Auswertung ist, dass sich fast 95 Prozent der nächtlichen Vorfälle auf öffentlichen Plätzen abspielten." Der Polizeichef lässt daraus nur eine Schlussfolgerung zu: Die Exekutive habe zwar in der Bezirksstadt ihre nächtlichen Fußpatrouillen mit Hunden verstärkt, aber an drei Brennpunkten zugleich könnten die Beamten nicht sein. "Diese nur mehr in Lienz zur Überwachung bereitzustellen, dürfte im restlichen Bezirk auf wenig Verständnis stoßen", glaubt Wolsegger.
Politik ist am Zug. Das gesamte Analysepaket hat er bereits der Sicherheitsbehörde in der Bezirkshauptmannschaft überreicht. Wolsegger: "Wir haben unsere Arbeit gemacht, jetzt ist die Politik am Zug, um Rahmenbedingungen zu schaffen."
Features
Sperrstunde
Vorverlegung. Schon seit eineinhalb Jahren kämpft der Osttiroler Polizeichef Silvester Wolsegger um die Vorverlegung der Sperrstunde in den Lokalen.
Erfolglos. Im November 2007 forderte er eine generelle Vorverlegung der Sperrstunde für ganz Lienz von 6 Uhr früh auf 2 Uhr früh. Bisher ohne Erfolg.















