Heftige Kritik an Manöver
Behörde genehmigte Hubschrauberlandungen im Nationalpark Hohe Tauern. Umweltanwalt hat berufen. Bundesheer setzt jetzt Flugmanöver aus.

Foto © HatzDer Nationalpark in Osttirol als "Landeplatz" für das Heer - das sorgt für ordentlich Aufregung
Mängel und Rechtswidrigkeit: Dieses Resümee zieht Johannes Kostenzer, der Landesumweltanwalt, aus einem Bescheid der Bezirkshauptmannschaft (BH) Lienz. Die Behörde hatte die naturschutzrechtliche Bewilligung für ein Luftlandemanöver des Bundesheeres erteilt.
Sensibles. Thema. Das Manöver sieht insgesamt 300 Außenlandungen mit 20 Hubschraubern vor. Übungstermin ist vom 2. bis 13. März. 30 Prozent der Flugaktivitäten treffen laut BH-Bescheid den Nationalpark Hohe Tauern Tirol. Ein sensibles Thema. Hubschrauber-Landungen im Schutzgebiet sind per Nationalpark-Gesetz untersagt. Ausnahme: Katastrophen und Rettungseinsätze. Doch was macht die Behörde? Sie erstellt ihren Bescheid nicht nach dem Nationalpark- sondern nach dem Naturschutzgesetz.
Berufung eingebracht. Auf die Frage, warum dem so ist, sagt Bezirkshauptmann Paul Wöll: "Das weiß ich nicht." Für den Umweltanwalt ist das Vorgehen "rechtswidrig". Er hat am Mittwoch gegen die Bewilligung der Behörde aus diesem und anderen Gründen berufen. Der Park sei Bartgeier-Rückzugsgebiet. Experten hätten wegen starker Beeinträchtigung des Wildes in diesem extremen Winter von der Übung im Park abgeraten. Alternativen seien nicht geprüft worden. Kostenzer: "Zudem hat die Behörde die Berufungsfrist nicht gewahrt. Mir wurde der Bescheid erst am 2. März, mit Manöverbeginn, zugestellt."
Ausgesetzt. Einen Krisengipfel gab es gestern beim Militärkommando Tirol. Das Ergebnis: Das Flugmanöver wird im Nationalpark Osttirol bis auf Weiteres ausgesetzt.














