Schützensalve mit Folgen
Ehrensalve verursachte bei Pfarrfest-Besucher in Nußdorf-Debant ein Knalltrauma. Opfer kämpft nun um mehr Schutz für Zaungäste.

Foto © HatzEine verhängnisvolle Ehrensalve: Die Schützenkompanie Nußdorf-Debant beim Pfarrfest im Herbst 2008
Eine Ehrensalve steht bei Aufmärschen der Schützen in Osttirol an der Tagesordnung. Auch für die Bundesregierung wurde vergangene Woche am Marktplatz von Sillian eine solche abgefeuert. Passiert ist Bundeskanzler, Ministern und hunderten Zaungästen nichts.
Knalltrauma. Davon kann im Rahmen eines Pfarrfestes im Lienzer Talboden nicht die Rede sein. Die Schützenkompanie Nußdorf-Debant legte im Herbst 2008 nach dem Hochamt zu Ehren prominenter Gäste ihre Büchsen himmelwärts an - und es krachte ordentlich. Für einen Festbesucher mit Folgen. "Ich musste ins Lienzer Spital gebracht werden und dort wurde festgestellt, dass ich ein Knalltrauma erlitten hatte", sagte der Mann (Name der Redaktion bekannt). Zuerst wollte der Pensionist gegen die Schützen Klage führen, davon hat er Abstand genommen. Die Versicherung der Kompanie lehnte den Anspruch des Geschädigten ab, das Opfer müsste den Hauptmann vor Gericht zitieren. "Ärzte haben bleibende Hörschäden festgestellt", sagte der Betroffene. Für ihn geht es nicht mehr darum, Schmerzensgeld einzuklagen, sondern darum ähnlich "Schmerzliches" künftig zu verhindern.
Klare Sicherheitsregeln. Hermann Huber, Obmann des Gesamttiroler Schützenbundes, erklärte, dass es beim Salvenfeuern klare Sicherheitsregeln und deutliche Abstände zu Zuschauern gäbe. Huber: "Dafür werden die Hauptleute geschult." Hauptmann Jakob Indrist wollte zum "Knaller" in Debant nichts sagen. Dies würde er bei der Jahreshauptversammlung am 22. Februar gegenüber den Schützen tun.














