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Zuletzt aktualisiert: 30.01.2009 um 20:32 UhrKommentare

Osttiroler Unfallopfer kehrte zur Piste zurück

Ein Jahr nach ihrem schweren Schiunfall kehrte die Wienerin Barbara Lenz nach Kals zurück - für einen gerichtlichen Lokalaugenschein.

Barbara Lenz am einstigen Unfallsort

Foto © HatzBarbara Lenz am einstigen Unfallsort

Fast auf den Tag genau kehrte Barbara Lenz (46) aus Wien zum gerichtlichen Lokalaugenschein auf die Piste in Kals zurück. Nur fühlte sie sich vor dem 19. Jänner 2008 als Touristin am Fuße des Glockners pudelwohl. Ein schwerer Schiunfall mit Fahrerflucht gegen 15.40 Uhr veränderte ihr Leben schlagartig - und es begann ein Spießrutenlauf gegen eine Mauer des Schweigens im Ort. Niemand wollte etwas zum Unfallhergang wissen. "Erst Monate später kam durch die Hilfe der Kleinen Zeitung wieder Bewegung in diese Geschichte", sagte Lenz.

Tränen. Als sie am Freitag vom Schidoo 500 Meter oberhalb der Blauspitz-Talstation abstieg, traten ihr die Tränen in die Augen. "Heute muss ich schauen, überhaupt aufrecht auf den Beinen stehen und gehen zu können", so Lenz.

Berührende Momente. Geladen hatte zum Lokalaugenschein in diesem Zivilverfahren das Landesgericht - für die Erstellung eines schitechnischen Gutachtens durch Kurt Hoch. "Wie war Ihr schifahrerisches Können?", fragte er. "Ich bin seit meinem zweiten Lebensjahr Schi gefahren", antworte diese. Hoch ließ sich von Lenz den genauen Unfallhergang schildern, hielt jede Bewegung, jede Drehung, exakt fest. "Ich stand am rechten Pistenrand. Auf einmal pfeift's an mir vorbei, mich hat's ausgedreht und schon bin ich einige Meter weiter am Bauch gelegen. Vor Schmerzen konnte ich fast nicht mehr atmen."

Unfall. Hoch hakte nach: "War Kontakt mit anderen Schifahrern?" Dazu Lenz: "Ich habe nur gesehen, wie ein junger Bursche seine Schier unter mir auseinander grätschte, sich bergwärts aufstützte und dann war er weg." Eine Freundin und ein Deutscher leisteten ihr Erste Hilfe. Die Folgen: Mehrere Operationen, monatelange Spitals- und Rehabaufenthalte, kein "Es tut uns Leid" aus Kals, jetzt einen Rechtsstreit am Hals. Das Urteil wird im Frühjahr erwartet.

GÜNTHER HATZ

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