Osttirol: Um 20 Prozent mehr Suchtgiftdelikte
Kriminalität in Osttirol im Vorjahr rückläufig. Trotz des deutlichen Anstiegs der Suchtgiftdelikte gab es um 165 angezeigte Fälle weniger.

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Cannabis - gewonnen aus Hanf - ist jenes Zeug, dass im Bezirk die Suchtgift-Ermittler der Polizei auf Trab hält. "Mit diesem Kraut haben wir am meisten zu tun", sagt Inspektor Reinhard Steinbauer. Im Vorjahr sind in Osttirol die Verstöße gegen das Suchtmittelgesetz um 20 Prozent angestiegen. Die Anzeigen erhöhten sich von 69 im Jahre 2007 auf 83 im Jahre 2008.
Konsumenten immer jünger. Kleindealerei und Weitergabe von Rauschgift sind die Vergehen, die sich hinter diesen Zahlen verbergen. Steinbauer: "Auffallend ist, dass die Personen, die Suchtgift vertreiben und konsumieren, immer jünger werden."
Straftaten gingen zurück. Dem Anstieg bei den Drogendelikten steht in der Kriminalstatistik 2008 ein Gesamtrückgang der Straftaten von sieben Prozent gegenüber. 2196 strafbare Handlungen wurden bekannt. Den Löwenanteil dabei machen die Eigentumsdelikte (63 Prozent aller Straftaten) aus. Doch auch diese sind weniger geworden. Dazu Bezirkspolizeikommandant Silvester Wolsegger: "Ausschlaggebend für den Rückgang sind die so genannten einfachen Diebstähle. Davon gab es gegenüber 2007 immerhin 63 Fälle weniger." Die Körperverletzungen sind um 40 Fälle zurückgegangen, die Anzeigen wegen Falschgeld um 39,7 Prozent.
Jugendkriminalität. Ein Sorgenkind in Osttirol ist die Jugendkriminalität. 59 aller im Vorjahr ermittelten 1320 Tatverdächtigen waren zwischen zehn und 14 Jahre alt, 307 aller ausgeforschten Tatverdächtigen 14- bis 18-Jährige ("mündige" Minderjährige). Wolsegger: "Fast ein Drittel betrug der Anteil der Personen bis 18 Jahre an der Gesamtkriminalität". Für den Bezirkspolizeikommandanten ist das Anlass, auch heuer der Präventionsarbeit bei der Jugend einen Schwerpunkt einzuräumen.
Features
Statistik
Angezeigte Fälle. 2196 (im Jahre 2007 waren es 2361)
Rückgang. sieben Prozent.
Aufklärung. 2008 wurden 8,5 Prozent Delikte weniger aufgeklärt, als 2007. Die Aufklärungsquote lag bei 50,3 Prozent (minus 0,9 Prozent).















