Service für Frauen

„Frauen, seid mutig und steht für eure Rechte ein“

Alles, was Mona Kaddoura erlebt hat, ließ sie werden, wie sie heute ist: selbstbewusst und lebensfroh. Die Palästinenserin will Frauen über deren Rechte aufklären und zu mehr Selbstvertrauen verhelfen. In Voitsberg hat sie dazu ein Frauencafé gegründet. Von Katharina Pillmayr

Mona Kaddoura leitet das neue Frauencafé in Voitsberg ehrenamtlich
Mona Kaddoura leitet das neue Frauencafé in Voitsberg ehrenamtlich © Katharina Pillmayr
 

Ein steirisches „Grüß Gott“ und stets ein herzliches Lächeln auf den Lippen. So kennt man Mona Kaddoura, die oft mit ihrem Fahrrad unterwegs ist. Seit elf Monaten lebt die Palästinenserin in Voitsberg. Das Lachen der 35-Jährigen mit dem sonnigen Wesen und den strahlenden Augen ist einfach ansteckend. Doch war ihr in ihrem noch jungen Leben bisher selten zum Lachen zumute.

Zwangsheirat

Als Tochter einer „typischen pakistanischen Familie“ kam die Palästinenserin in Kuwait zur Welt. Ihre Eltern – vor allem der Vater – haben die Buben in der Familie stets gefördert und unterstützt, Mädchen waren und sind in vielen arabischen Ländern bis heute hingegen eher weniger Anlass zu Stolz. Bald wurde entschieden, dass Tochter Mona heiraten solle. Damals war sie gerade einmal 16 Jahre alt, ihr Gatte 15 Jahre älter als sie. Mit 18 bekam sie ihre erste Tochter: „Ich war ein Kind und hielt ein Kind in den Armen“, erinnert sie sich an ihre Gefühle von damals.

Dass sie ein Leben, in dem Gewalt und Unterdrückung eine große Rolle spielen, nicht leben wollte, war ihr schon als Mädchen klar. Aus Angst um sich und ihre Tochter blieb sie aber.

 

Das Frauencafé

Das erste Treffen findet am 18. Juli um 17 Uhr im Café Atempause in Voitsberg statt.

Ziel: Integrations- und Akzeptanzprozess fördern. Austausch und Information
ermöglichen.

Zielgruppe: Frauen (Flüchtlinge wie Einheimische), die Interesse haben.

Mona Kaddoura leitet das neue Frauencafé ehrenamtlich.

Als es nicht mehr auszuhalten war, ließ sie sich scheiden. „Eine Schande für die Eltern.“ Zwei weitere Ehen voller Misshandlungen und Demütigungen scheiterten, woraufhin die Alleinerzieherin mit ihren Kindern nach Europa flüchtete. Schicksale wie jenes von Kaddoura kenne man nur aus Filmen oder den Nachrichten: „Ich habe es erlebt.“ All die Erfahrungen, die sie machen musste, haben sie zu dem gemacht, was sie heute ist: eine selbstbewusste, starke, lebensfrohe Frau.

Frauen dürfen stark sein

Dazu will sie nun auch anderen Frauen verhelfen – und zwar im Rahmen eines Frauencafés, das sie initiiert hat. „Ich habe hier als Flüchtling mehr Rechte als ich sie zu Hause als Frau gehabt habe“, erklärt die Palästinenserin, die ein zu ihrem Outfit farblich passendes Kopftuch und Converse-Schuhe trägt. „Hier herrscht Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Auch Frauen haben Rechte und dürfen diese einfordern.“ Das Angebot richtet sich besonders, aber nicht nur, an jene Frauen, die geflüchtet sind. „Es gibt auch hier unterdrückte Frauen. Wenn sie sehen, dass arabische Frauen den Mut aufbringen und etwas ändern – vielleicht können wir so auch andere erreichen“, schildert sie ein Ziel des Frauencafés, das am 18. Juli im Café Atempause startet.

„Ich will die Frauen dabei unterstützen, Vertrauen zu sich selbst zu haben, damit sie ihr Leben positiv verändern können.“ Gabriele Burger-Prießner vom Café Atempause begrüßt die Initiative: „Das ist genau unsere Intention, eine Willkommenskultur zu leben und einen Ort zu schaffen, an dem Begegnung stattfinden kann.“

Ein Teil der Gesellschaft

Kaddoura, die vor ihrer Flucht aus Libanon Finanzwissenschaften studiert und als Kindergartenpädagogin gearbeitet hat, will erreichen, dass „sich die Frauen akzeptiert und als Teil der Gesellschaft fühlen“. Damit Frauen – wie ihre eigenen Töchter – ein anderes Leben als sie führen können. Eines, in dem sie selbst entscheiden, wie sie leben und wen sie heiraten.

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