Faszination Technik

So wird in Köflach Glas produziert

Im Rahmen des Projekts „Faszination Technik“ besuchten Schüler des Gymnasiums Köflach Stölzle Oberglas.

Reinhold Wolfsberger erklärt den Schülern die einzelnen Produktionsschritte © Kirin Kohlhauser
 

Den Glasflaschen wird bei Stölzle Oberglas in Köflach heiß-kalt gegeben. Im wahrsten Sinne des Wortes. „Für die Herstellung unserer Glasflaschen benötigen wir ein kaltes und ein heißes Ende“, erklärt Daniela Riedler, Leiterin der Personalabteilung, den 21 Schülern der 4e-Klasse des Realgymnasiums Köflach. Was es damit auf sich hat, dazu später. Die Jugendlichen sind im Rahmen des Projekts „Faszination Technik“ in das Werk gekommen.

Schutz ist Pflicht

Bis eine fertige Glasflasche aus der Lipizzanerstadt in einem Verkaufsregal landet, muss sie einen komplexen wie technisch aufwendigen Fertigungsprozess durchlaufen. Wie das genau geschieht, erfahren die Jugendlichen bei einer Werksbesichtigung von Produktentwickler Reinhold Wolfsberger. Bevor es losgeht, ist eine entsprechende Adjustierung Pflicht: Ohne Schutzweste, Schutzbrillen, Gehörschutz, Netzhaube und Sicherheitskappe geht gar nichts. „Die Unfallgefahr ist nicht zu unterschätzen, deshalb müsst ihr speziell ausgerüstet sein“, erklärt Wolfsberger den Schülern, ehe sie gemeinsam im Bauch der weitläufigen Werkshalle verschwinden. Begleitet werden sie von Bianca Blaindorfer von der steirischen volkswirtschaftlichen Gesellschaft, die erklärt, dass mit dem Projekt naturwissenschaftliche Zweige forciert werden sollen.

Ende April werden die Schüler ihre beim Projekt gemachten Erfahrungen bei einer Veranstaltung in Graz präsentieren. Für Fabian Pließnig ist die Exkursion eine gute Möglichkeit, technische Abläufe kennenzulernen, besucht er doch ab Herbst die Sparte Verfahrenstechnik an der HTL Voitsberg. „Ich bin gespannt auf das Werk“, freut er sich.

 

Im Sommer kann es herinnen bis zu 80 Grad Celsius erreichen. 

Reinhold Wolfsberger beim Besuch der Schmelzwannen

Begonnen wird die „Tour de Glas“ in der Formenwerkstätte. Nach einem kurzen Abstecher in die Scherbenaufbereitung, geht es schnurstracks ins Herz des Werkes: die Produktion. Der Besuch der Schmelzwannen ähnelt einem Saunagang. Nicht nur den Arbeitern stehen Schweißperlen auf der Stirn, auch die Schüler haben mit den Temperaturen zu kämpfen. „Boah, ist es heiß“, entfleucht es Fabian Zwanzger. „Im Sommer kann es herinnen bis zu 80 Grad Celsius erreichen“, weiß Wolfsberger.

Kein Wunder, hat es in beiden Wannen, in denen rund 90 Tonnen Quarzsand, Soda, Kalk, Dolomit und Natriumsulfat erhitzt werden, rund 1300 Grad. „Die Arbeiter, die hier werken, müssen topfit sein“, ergänzt Riedler. Während die Schüler geschlossen durch die Halle wandern, schießen im „heißen Ende“ orange leuchtende „Tropfen“ aus einer der Produktionsmaschinen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wird das heiße Glas in Metallformen geleitet und mit Druckluft in die endgültige Form geblasen. Im Schnitt stellt eine Linie 520 Flaschen pro Minute her.

 

Köflach: So war die Werksführung

Kirin Kohlhauser
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In Köflach werden hauptsächlich Pharmazieflaschen produziert. Außer im Frühjahr, da bricht für zwei Monate die „Jägermeister-Saison“ an, in der die grünen Fläschchen des Kräuterlikörs vom Band laufen. Damit die Glasprodukte einwandfrei bei den internationalen Kunden ankommen, werden sie im „kalten Ende“ im chemischen Labor und von Maschinen auf Herz und Nieren geprüft. „Wenn die Flasche nur einen minimalen Fehler hat, wird sie aussortiert und kommt zum Scherbenbrecher“, erklärt Wolfsberger. Von „Scherbenwerfen“ ist dann die Rede.

Testen im Labor

Im Labor wird von Margit Triebl der Soda-Gehalt der Produkte bestimmt. „Der Wert muss einer gewissen Norm entsprechen“, erklärt sie den interessierten Schülern, während sie den Prüfungsprozess vorführt. Erst, wenn alle Vorgaben erfüllt sind, werden die gläsernen Produkte verpackt und ausgeliefert. Qualität wird in Köflach großgeschrieben. Verständlich, wird doch den Glasflaschen in der Produktion ordentlich heiß-kalt gegeben.

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