Hebammenzentrum Voitsberg

"Die Krise als Chance für etwas Neues sehen"

Mit ersten Jänner öffnet ein Hebammenzentrum in Voitsberg seine Pforten. Es bietet 24-Stunden- Rufbereitschaft sowie Information und Hilfe vor, während und nach der Geburt.

© KK
 

Unsicherheit. Angst. Und irgendwie das Gefühl in der Luft zu hängen. So beschreiben im Bezirk Voitsberg viele schwangere Frauen, die Ende des Jahres oder im Jänner und Februar 2013 ihren Geburtstermin haben, ihre Gefühle. Gerade die Hebammen der Gebärklinik in Voitsberg wurden mit diesen Ängsten konfrontiert und beschlossen, zu helfen. Am ersten Jänner eröffnen sie in Voitsberg ein Hebammenzentrum, das eine Anlaufstelle für Schwangere sein soll und einen kleinen Lückenschluss nach dem Verlust der Klinik darstellen soll. "Wir hatten einfach das Gefühl, dass wir das den Frauen schuldig sind", so Maria Christine Gantschnigg, eine der vier Initiatorinnen des Projekts. Gemeinsam mit Doris Klug, Kerstin Groß und Pia Englert steht sie Frauen ab dem kommenden Jahr in Fragen rund um die Schwangerschaft mit Rat und Tat zur Verfügung.

"Das Hebammenzentrum tritt nicht in Konkurrenz mit niedergelassenen Ärzten oder anderen Einrichtungen wie etwa dem Eltern-Kind-Zentrum", betont Gantschnigg. "Wir machen Angebote, die es in dieser Form mit der Schließung der Gebärklinik nicht mehr gibt."

24-Stunden-Bereitschaft

So umfasst der Aufgabenbereich des Hebammenzentrums eine 24-Stunden-Rufbereitschaft für schwangere Frauen, Gebärende und junge Mütter. "Es geht darum, rund um die Uhr einen Ansprechpartner zu haben", erklärt Gantschnigg. Und nicht nur das. Das Zentrum bietet auch eine 24-Stunden-Betreuung für hebammenbegleitete Rettungsfahrten an. "Wenn uns eine Frau mit beginnenden Wehen anruft, kommen wir zu ihr nach Hause", erklärt Gantschnigg. "Wir können erste vaginale Untersuchungen sowie Fruchtwasseruntersuchungen durchführen und dann gemeinsam entscheiden, ob die Rettung gerufen werden soll." Sollte die Geburt sehr unmittelbar bevorstehen, würden die Hebammen die Gebärende im Rettungswagen bis zum Krankenhaus begleiten. "Ist jemand Bekannter dabei, nimmt das viel Druck von den Frauen", ist Gantschnigg überzeugt.

Im Hebammenzentrum in der Conrad von Hötzendorfstraße 17 wird es außerdem dreimal wöchentlich eine Hebammenordination geben (siehe Info links). "Wir können zwei CTG-Geräte, sowie Gerätschaften zur Gelbsuchtkontrolle und für Hörtests aus der Voitsberger Klinik mitnehmen", so Gantschnigg. Somit sei die Ordination für vorgeburtliche Information als auch für die Betreuung nach der Geburt ausgerüstet. Das Service ist für die Frauen kostenlos beziehungsweise kann mit der Krankenkasse rückverrechnet werden.

Finanziert wird das Zentrum, das mit etwa 150.000 Euro budgetiert ist, durch das Gesundheitsressort des Landes Steiermark. Für die kommenden drei Jahre wurde das Projekt von Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder bewilligt. "Ich freue mich über das professionelle Engagement der Initiatorinnen und bin überzeugt, dass sich dieses Projekt im Sinne der werdenden Mütter und ihrer Neugeborenen als äußert, positive Ergänzung zur stationären Geburt in einem Krankenhaus darstellen wird", so die Landesrätin.

Pilotprojekt aus Mittersill

Die Idee für das Projekt stammt von Hebammenkolleginnen aus dem salzburgischen Mittersill. Dort wurde 2010 die Geburtenstation im ansässigen Gemeindekrankenhaus geschlossen und vier Hebammen starteten den Pilotversuch Hebammenzentrum. "Das Angebot wird sehr gut angenommen", weiß Gantschnigg, die hofft, damit auch in Voitsberg möglichst viele Frauen zu erreichen. "Damit wir die Krise der Stationsschließung als Chance für etwas Neues sehen können."

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