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Zuletzt aktualisiert: 22.07.2012 um 22:21 UhrKommentare

Simone Prutsch: Hartnäckigkeit wurde belohnt

Nach der großen Enttäuschung vor vier Jahren gibt es für Simone Prutsch nun ein Happy End.

Simone Prutsch kämpfte verbissen um die Olympischen Spiele

Foto © GEPASimone Prutsch kämpfte verbissen um die Olympischen Spiele

Simone Prutsch und die Olympischen Spiele, das hat lange Zeit nicht zusammengepasst. 2004 hatte sie die Qualifikation knapp verpasst. 2008 schaffte sie die internationalen Kriterien, wurde vom ÖOC aber mangels Erfolgschancen nicht mitgenommen. "Das war sicherlich eine der größten Enttäuschungen in meinem Leben", sagt die Weizerin. Doch aufgeben ist ein Wort, das in ihrem Sprachschatz offenbar nicht vorkommt.

Also siedelte sie nach Wien und nahm als Bundesheer-Leistungssportlerin noch einen Anlauf. 2012 gibt es das Happy End, doch ganz ohne Komplikationen sollte es auch diesmal nicht gelingen. Die Wienerin Claudia Mayer lag in der für die Nominierung entscheidenden Weltrangliste als 80. vier Plätze vor Prutsch. Da diese aber nicht beim Verband trainiert, wurde sie nicht berücksichtigt und Prutsch darf mit 34 Jahren endlich zu Olympia.

Hoppala in der Hofburg

"Als ich davon erfahren habe, konnte ich es noch gar nicht so realisieren. Erst bei der Einkleidung und beim Olympia-Empfang wurde es greifbar. Ich denke schon, dass ich für meine Hartnäckigkeit belohnt wurde", sagt Prutsch. Doch auch in der Hofburg gab es noch ein kleines Hoppala. Durch den großen Auflauf bei der Verabschiedung wurde Prutsch, die von Heinz Fischer eigentlich als erste Sportlerin vereidigt hätte werden sollen, vergessen. Der Fauxpas wurde bemerkt und Prutsch erhielt einen besonders intensiven Händedruck von Fischer. Heute geht der Flieger nach London, in einer Woche beginnen die Bewerbe.

In der alten Heimat Weiz ist Prutsch nicht mehr so oft. "Alle zwei Monate vielleicht, um Eltern und Freunde zu besuchen. Oft fahre ich dann auch nach Graz zu Klavierkonzerten", erzählt Prutsch, die in der Nähe von Stuttgart geboren wurde, weil ihre Eltern dort gearbeitet hatten. "Ich bin aber mit zwei Jahren nach Weiz gekommen."

Konkrete Ziele für London nennt sie nicht. "Es wird die große Herausforderung sein, sich vom Rundherum nicht zu sehr ablenken zu lassen", sagt Prutsch, die die Halle schon von der Weltmeisterschaft im Vorjahr kennt.

RAIMUND HEIGL

Simone Prutsch

  • Geboren: 17. Oktober 1978 in Bad Cannstatt/Deutschland
  • Wohnort: Wien (aufgewachsen in Weiz)
  • Größe/Gewicht/Verein: 1,77 m/66 kg/Atus Weiz
  • Sportart/Beruf: Badminton/Heeressportlerin
  • Größte Erfolge: 13-fache Staatsmeisterin, 2012 5. Platz GP in Almere (NED) und Glasgow, 9. Platz Austrian International in Wien; 1. Olympia-Teilnahme 2012

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