Schauen, ob es auch wirkt
Forschung: Wie sich intensives soziales Lernen über Jahre auswirkt.

Foto © PATZ Die Forscherinnen Marlies Jauk und Hannelore Reicher (rechts außen), Helga Stücklberger, Franz Mayer (Mitte)
Was tun, wenn ein Schüler gemobbt wird? Was, wenn einer permanent stört und den Schultag für Kinder wie für den Lehrer zur Qual macht? Helga Stücklberger hätte da schon einige Rezepte auf Lager. Sie ist neben ihrer Arbeit am Gleisdorfer Gymnasium auch Lions-Quest-Trainerin. "Lions-Quest" ist ein Lebenskompetenzprogramm, das Pubertierenden helfen soll, ihren Platz in der Gruppe zu finden, ohne zu Gewalt oder Drogen greifen zu müssen. Wenn es etwa ums Zuhören geht, gibt es ein einfaches Spiel: Zwei stehen einander gegenüber, einer spricht, der andere hört konsequent nicht zu. Und dann wird darüber geredet, wie jeder der beiden sich in seiner Rolle fühlt.
Stücklberger ist seit fünf Jahren Trainerin und hat unzählige ihrer Kolleginnen und Kollegen inzwischen ausgebildet. "3000 Lehrer wurden in ganz Österreich ausgebildet, im Bezirk Weiz sind es rund 100", sagt Franz Mayer, der dieses Programm 2005 nach Österreich gebracht hat. Das Geld für die Lehrerausbildung kommt vom Lions Club.
Wie aber wirkt dieses Programm auf Dauer in der Klassengemeinschaft, kann es das Schulklima beeinflussen? Wie fühlen sich Kinder und Lehrer dabei?
Diese Fragen und noch mehr werden ab kommendem Schuljahr an fünf Schulen im Bezirk wissenschaftlich untersucht. Marlies Jauk von der Pädagogischen Hochschule und Hannelore und Hannelore Reicher von der Uni Graz und Klagenfurt werden Interviews führen und Fragebögen erstellen und auswerten. Die ersten und dritten Klassen der Gymnasien Weiz und Gleisdorf und eventuell aller drei Weizer Hauptschulen werden drei Jahre lang begleitet. Die teilnehmenden Schulen haben einmal pro Woche eine Stunde soziales Lernen. "Wichtig ist natürlich, dass an diesen Schulen konsequent mit dem Programm gearbeitet wird", sagt Jauk.









