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Zuletzt aktualisiert: 27.06.2012 um 20:18 UhrKommentare

Sanierung ab November

Beim jahrzehntelangen Tauziehen um die Sanierung der ehemaligen Deponie der Lederfabrik Schmidt zeichnet sich ein Ende ab.

Mitte Mai wurde wieder einmal an der B 72 saniert. Darunter liegt die Gerbereideponie, der Boden gibt nach

Foto © Herwig HeranMitte Mai wurde wieder einmal an der B 72 saniert. Darunter liegt die Gerbereideponie, der Boden gibt nach

Wir schreiben das Jahr 1998: Im Zuge einer strategischen Umweltprüfung für den Weizer Flächenwidmungsplan wird auch das Areal um die ehemalige Gerbereideponie Schmidt untersucht. Die Fläche wird als "eindeutig umweltgefährdender Standort" eingestuft, eine raschestmögliche Sanierung empfohlen. Auch im Altlastenatlas der Steiermark wird die Sanierung der Deponie mit höchster Priorität bewertet. Autofahrer kennen das Areal, denn die B 72 ab dem Kreisverkehr Richtung Graz liegt auf diesem Gelände - dort, wo die Asphaltdecke immer wieder abbricht, weil der Untergrund nachgibt.

14 Jahre ist das her und lange passierte nicht viel mehr als Akten herumzuschieben und zu klären, wer denn für eine Sanierung aufkommen müsse. Denn das heutige Unternehmen "Wollsdorf Leder" ist nicht der Rechtsnachfolger für die einstige Lederfabrik. Kürzlich wurde nun bekannt, dass die Eigentümer von Wollsdorf Leder eine eigene Gesellschaft, die Firma Decon Umwelttechnik GmbH., gegründet haben, die sich mit der Sanierung der Deponie beschäftigt. Vor etwa eineinhalb Jahren wurden Probebohrungen durchgeführt.

Und nun soll saniert werden, hieß es bei der jüngsten Weizer Gemeinderatssitzung. "Der Inhalt der Deponie wird komplett ausgehoben und weggeführt", sagt der Weizer Bürgermeister Erwin Eggenreich. Das könne man allerdings durch die Geruchsentwicklung nur im Winter machen. Daher wird die Sanierung entweder im November des heurigen Jahres begonnen oder erst im Winter darauf.

Hieß es einst, bei einem Aushub müsste man ganz Weiz evakuieren, weil die Geruchsbelästigung unzumutbar wäre, ist man heute anderer Meinung. "Bei den Probebohrungen hat sich gezeigt, dass es doch nicht so stinkt", sagt Eggenreich, "es riecht zwar nicht gut, stinkt aber auch nicht so gewaltig."

Die Sanierungskosten "im zweistelligen Millionenbereich", so Eggenreich, würden zu bis zu 95 Prozent von der öffentlichen Hand, sprich, dem Altlastensanierungsfonds, übernommen. Die Stadt Weiz vermietet ein Grundstück an der B 72, auf dem ein Analyselabor und eine Abwiegestation aufgestellt werden.

ULLA PATZ

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