"Vereine müssten für Fusion sein"
Diskussion in Waisenegg über die Fusion von Birkfeld und Umland: Vereine und Abwanderung waren nur einige Themen.
Birkfeld: Alle wollen die Fusion
Klein, "aber fein", wie Sonja Berger, eine der Moderatorinnen sagte, war das Publikum bei der Kleine Zeitung-Diskussion "Unsere neue Gemeinde" in Waisenegg. Klein, aber auch aufgeschlossen und fragefreudig. Gefragt waren natürlich die fünf Bürgermeister der "heiratswilligen" Gemeinden Birkfeld, Gschaid bei Birkfeld, Haslau, Koglhof und Waisenegg.
Was die Gäste wissen wollten? "Wird es durch die Fusion mehr Arbeitsplätze für die Jugend geben? Wenn das nicht so ist, werden die Leute ja trotzdem abwandern", fragte eine Waiseneggerin.
Die Gemeinde selbst könne keine Arbeitsplätze schaffen, sagte der Waisenegger Bürgermeister Franz Tiefengraber, aber man könne Betrieben, die sich ansiedeln wollen, Förderungen anbieten. "Unser Ziel ist, dass keine Gewerbe- und Industriefläche länger leer steht. Das können wir gemeinsam aktiv betreiben", sagte Rudolf Grabner, Bürgermeister von Koglhof.
Hier schaltete sich der Gschaider Bürgermeister Gerhard Gruber ein. "Das Land sagt, die Industrie höre in Anger auf." Richtung Birkfeld wolle das Land keine neuen Gewerbe- und Industrieflächen ausweisen. "Das Land muss umdenken, wenn wir durch die Fusion eine starke Gemeinde werden sollen", so Gruber.
Ein Beispiel, wie sich die Fusion oder Nichtfusion auf seine Gemeinde auswirken könnte, brachte Haslaus Bürgermeister Johann Flicker: "Uns wird ein massiver Bevölkerungsrückgang vorausgesagt. Wenn wir einmal bei 380 Einwohnern sind, dann gibt es kein Geld mehr für Straßenerhaltung oder Freizeiteinrichtungen, die man braucht, um die Jugend zu halten." Besser sei, Letztere in der Großgemeinde anzubieten, als die Jugend gleich nach Weiz oder Graz zu verlieren.
"Was wird mit unserem Grätzel passieren", fragte eine Besucherin mit Blick auf das Waisenegger Dorfzentrum, "es heißt, es wird erhalten, aber das glaube ich nicht". Eine Fusion würde eine Abwanderung nicht verstärken, sondern eher verhindern, antwortete Tiefengraber.
Was denn mit den Förderungen für Vereine passieren werde, fragte Moderator Robert Breitler von der Kleinen Zeitung. "Unser Ziel sind lebendige Dörfer, und die Vereine sind die Hauptträger des gesellschaftlichen Lebens in den Dörfern", sagte Grabner. "Eigentlich", sagte Birkfelds Bürgermeister Franz Derler "müsste jeder Verein massiv für die Fusion sein, weil wir dadurch mehr finanziellen Spielraum haben zur Unterstützung der Vereine." Und, so Derler: "Ich möchte nicht in der Haut der kleinen Bürgermeister mit wenigen Betrieben stecken, die sich heute noch freuen, dass sie alleine bleiben können und nicht daran denken, welche Chancen sie ihren Leuten damit nehmen."









