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Zuletzt aktualisiert: 23.05.2012 um 20:44 UhrKommentare

Massive Frostschäden bei steirischem Obst

Spätfrost setzt den steirischen Obstbauern speziell im Osten zu. Auch sieben von zehn Christbaumkulturen sind betroffen. Auswirkungen werden auch die Konsumenten spüren.

Schäden bei Obst...

Foto © Landwirtschaftskammer Schäden bei Obst...

Eine Nacht hat gereicht und Johannes Fetz, Apfelbauer aus Puch bei Weiz, sieht seiner Zukunft mit anderen Augen entgegen. "Zwischen 70 und 80 Prozent meiner Anlagen sind beschädigt", sagt Fetz. Temperaturen bis minus drei Grad ließen Ende vergangener Woche das Fruchtfleisch der nicht einmal zwei Zentimeter großen Früchte braun werden. "Die Nährstoffzufuhr wurde abgetrennt. Bald wird die Frucht abfallen", erklärt Fetz, der sich bemüht, nicht die Fassung zu verlieren.

An Blütenfröste sei man mittlerweile gewöhnt, so Fetz, "aber einen Fruchtfrost habe ich noch nie erlebt". Genauso wenig wie sein Nachbar Christian Zöhrer. "Da geht es wirklich um unsere Existenz. Jeder investiert in den Betrieb, aber die Apfelpreise sind schlecht - und jetzt auch noch der Frost", beklagt Zöhrer, dessen Anlagen bis zu 70 Prozent geschädigt sind.

"Von den 700 Obstbaubetrieben im Bezirk Weiz werden wohl rund 200 bis 300 stark betroffen sein", schätzt Kammersekretär Johann Rath nach ersten Begehungen. Manche Obstbauern haben den Schaden noch gar nicht bemerkt, denn von außen ist dieser nicht gleich zu erkennen. "So sieht eine gesunde Frucht aus", sagt Fetz in einer vermeintlich nicht betroffenen Anlage. Aber nein! "Der ist ja genauso braun wie die anderen. Das macht mich jetzt wirklich fertig", meint der Apfelbauer.

Frost trifft frischen Maitrieb

Doch nicht nur die Obstbauern verfluchen den Spätfrost, der sich zum ersten Mal am Ostermontag gezeigt hat und in der Nacht vom 17. auf den 18. Mai zurückgekehrt ist. "In der Steiermark sind 50 Prozent der Christbaumkulturen massiv geschädigt, weitere 20 Prozent leicht", sagt Gottfried Fließer, Obmann der steirischen Christbaumproduzenten. Der Frost hat die Bäume dabei in einer kritischen Phase getroffen, ist der frische Maitrieb doch extrem weich und frostempfindlich. Auswirkungen wird auch der Konsument spüren. "Wir werden heuer sicher nicht so viele Bäume mit schönster Qualität haben", erklärt Fließer. Seit 20 Jahren habe es diese Form des Spätfrosts nicht mehr gegeben, klagen die Bauern. Bestätigt wird das auch vom Meteorologen Friedrich Wölfelmaier: "Es kommt wirklich selten vor, dass es im Mai noch einmal so kalt wird."


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Foto © Landwirtschaftskammer

Bild vergrößern... und auch bei Christbäumen Foto © Landwirtschaftskammer

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