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    Zuletzt aktualisiert: 23.03.2012 um 21:00 UhrKommentare

    Ein Mehrkämpfer tritt von der Bühne ab

    Nach 19 Jahren als Bürgermeister von Weiz legt Helmut Kienreich sein Amt mit Ende des Monats zurück. Das Interview zum Abschied.

    Helmut Kienreich (68) wird am Montag das letzte Mal eine Gemeinderatssitzung leiten

    Foto © BreitlerHelmut Kienreich (68) wird am Montag das letzte Mal eine Gemeinderatssitzung leiten

    W enn ein Bürgermeister nach 19 Jahren sein Amt zurücklegt, jagt vermutlich eine Danksagung die nächste. Sind Sie im Abschiedsstress?

    HELMUT KIENREICH: Man kann natürlich nicht 50 Abschiedsfeiern machen, also haben wir das alles gesammelt. Ich hätte mich sowieso am liebsten ins Gasthaus zurückziehen wollen, aber einmal muss natürlich groß gefeiert werden.

    Wie viel Wehmut ist schon da?

    KIENREICH: Wurscht ist es mir natürlich nicht! Aber weil ich meine Entscheidung schon lange bekannt gegeben habe, bin ich mit mir selbst im Reinen und auch froh, dass ich meine Zeit wieder mehr selbst einteilen kann.

    Und was wird Helmut Kienreich mit der vielen Zeit anfangen?

    KIENREICH: Ich werde mich sicher nicht im Garten zurücklehnen, dafür bin ich viel zu gerne unter Leuten und das werde ich auch weiter sein. Außerdem habe ich ein Haus daheim, vier Enkelkinder, das fünfte ist unterwegs . . .

    Der Bürgermeister wird zum Babysitter?

    KIENREICH (lacht): Ich will weiter mit meinen Enkerln Spaß haben, aber ich werde sicher nicht der Opa, der sie Tag und Nacht spazieren führt.

    Also gibt es doch andere Pläne?

    KIENREICH: Ich könnte mir vorstellen, wenn es um Partnerstädte geht oder bei Projekten im Bereich der erneuerbaren Energie mitzuarbeiten, zum Beispiel bei Solarprojekten oder dem Energiekataster - aber nicht an führender Stelle. Jetzt ist auch eine gewisse Distanz nötig, der neue Bürgermeister soll nicht das Gefühl haben, dass da noch einer ist.

    Also werden Sie nicht Gast bei jeder Gemeinderatssitzung sein?

    KIENREICH (lacht): Sicher nicht!

    Worauf sind Sie stolz?

    KIENREICH: Dass ich jetzt sehr viele positive Rückmeldungen bekomme. Ich habe mich immer bemüht, auf alle Leute gleich zuzugehen, unabhängig von sozialen Schichten. Und wenn man allein die Kontakte aus den Sprechstunden und vom Geburtstag-Gratulieren aus 20 Jahren hochrechnet, kommt man auf gut 10.000 Menschen, mit denen man sich unterhalten hat. Stolz bin ich auch darauf, dass wir immer in die Zukunft geschaut haben und die Bürger in 90 Prozent der Beschlüsse eingebunden waren. Und natürlich auf die Energieregion.

    Welche negativen Erinnerungen nehmen Sie mit?

    KIENREICH: Dass wir jahrelang hingehalten wurden, was die Nord-Süd-Verbindung und die Umfahrung betrifft - es ist schlimm, wenn man Bittsteller ist. Aber eines muss klar sein: Wenn man die Industrie da haben will, muss man auch schauen, dass sie die Produkte wegtransportieren kann. Schlimm ist auch, dass die Diskussion um den Wolfsattel noch nicht ausgestanden ist. Umfahrung und Wolfsattel sind leider Baustellen, die ich offen zurücklassen muss.

    Was ist mit dem innerstädtischen Einkaufszentrum?

    KIENREICH: Leider haben wir damals nach der Konsum-Pleite nicht den starken Handelspartner in die Stadt bekommen, den wir gebraucht hätten. Aber hier ist abzuwarten, was die Zukunft bringt: Ist es die grüne Wiese oder vielleicht doch die Stadt?

    Eine weitere Herausforderung für den Nachfolger wird wohl auch die Gemeindestrukturreform sein?

    KIENREICH: Dass diese - auch in Weiz - kommen wird, da bin ich mir ganz sicher, denn in Wirklichkeit haben wir sonst keine Entwicklungschance. Weiz hat 9000 Steuerzahler, muss mit dem Geld aber die Infrastruktur für 20.000 Leute aufrechterhalten. Wir würden auch gerne Betriebe ansiedeln und uns weiterentwickeln, aber wir haben die Fläche nicht. Wenn die Nachbargemeinden da nicht aufmachen, schadet das nicht Weiz, sondern der ganzen Region.

    Haben Sie früher eigentlich Bürgermeister werden wollen?

    KIENREICH: Eigentlich wollte ich immer Leichtathlet werden - Mehrkämpfer. Aber ich war schon immer sehr ehrgeizig. Zur aktiven Politik bin ich sogar eher spät gekommen, 1988 in den Gemeinderat. Dafür ist es dann so schnell gegangen, dass ich mit dem Schauen gar nicht mitgekommen bin: 1990 für drei Monate Finanzreferent, dann Vizebürgermeister und 1993 gleich Bürgermeister.

    Landes- oder Bundespolitik hat Sie nie interessiert?

    KIENREICH: Für den Nationalrat war ich einmal im Gespräch, aber ich habe abgelehnt, ich war viel lieber in Weiz als in Wien.

    Ist das Bürgermeisteramt ein Fulltime-Job?

    KIENREICH: Meiner Meinung nach schon. Am Anfang hatte man zwei, drei Verbände, heute sind da Unternehmen wie die Innovationszentren mit einer Bilanz von 12, 14 Millionen Euro oder die Fernwärme mit 10 Millionen.

    Die Gemeinderatssitzungen waren früher viel turbulenter als heute. Altersmilde?

    KIENREICH: Mit der Zeit sind durch unsere Arbeit den anderen Parteien die Themen, die man diskutieren hätte können, abhandengekommen - der ÖVP zum Beispiel das Wirtschaftsthema, weil wir den Innenstadtbetrieben ein Partner sind, dass sie sich keinen besseren hätten wünschen können oder den Grünen das Umweltthema. Und so waren sie eben bemüht, andere Themen zu finden, die man dann halt oft kontroversieller diskutiert hat. Wenn im Gemeinderat jemand irgendwas behauptet oder Nein sagt, nachdem man monate- oder jahrelang versucht hat, ihn ins Boot zu holen, tritt man vielleicht etwas schärfer auf.

    Was bereuen Sie politisch?

    KIENREICH: Leid tut mir, dass ich zum Feigl (Gemeinderat Wolfgang Feigl, Anmerkung) in einer Gemeinderatssitzung gesagt habe, er hat Alzheimer. Manchmal habe ich im Gemeinderat vielleicht zu temperamentvoll diskutiert.

    Was tun Sie am 1. April, dem ersten Tag "danach"?

    KIENREICH: Gar nichts. 14 Tage von der Bildfläche verschwinden und wenn ich heimkomme, weiß ich, was ich will.

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