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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2012 um 20:16 UhrKommentare

Auf der Jagd nach Energiefressern

Beim Halbzeittreffen der Energiejagd in Gleisdorf offenbarten die Teilnehmer ihre Erfolge, aber auch Schwierigkeiten beim Einsparen von neun Prozent an Energie.

Gerd Holzer überprüfte in seinem Haushalt die Elektrogeräte auf deren Stromverbrauch

Foto © emmi - FotoliaGerd Holzer überprüfte in seinem Haushalt die Elektrogeräte auf deren Stromverbrauch

Neun Prozent weniger Energie verbrauchen? Hört sich nicht schwierig an, aber in der Praxis kann ein solches Vorhaben doch seine Tücken haben.

Das erleben derzeit 110 Haushalte in Weiz, Gleisdorf und Graz. Denn diese stellen sich der Herausforderung, zwischen Dezember und März besagte neun Prozent an Heizenergie und Strom einzusparen (wir berichteten).

"Im Durchschnitt konnten bereits acht Prozent an Strom eingespart werden", freute sich Gerhard Lang von der Grazer Energieagentur beim Halbzeittreffen der Energiejagd. Wobei sich die Ergebnisse der 18 Gruppen, zu denen sich die Haushalte zusammengeschlossen haben, stark unterscheiden. Während zwei Gruppen 16 Prozent einsparen konnten, gibt es eine, die sogar mehr Energie verbraucht hat. "Letztere ist die Gruppe der Grazer Energieagentur", sagte Lang peinlich berührt.

Wo Probleme liegen können, zeigt Gerd Holzer, Leiter der Fernwärme Weiz, der ebenfalls an der Energiejagd teilnimmt. Dafür unterzog er sein Einfamilienhaus einem Energie-Check und kam beim Stromverbrauch zum Ergebnis, dass gar nicht so viel Einsparungspotenzial vorhanden sei. "Der größte Teil des Stromverbrauchs geht fürs Kochen drauf", sagt er. "Aber was soll man dagegen tun? Öfters auswärts essen gehen oder keine Leute mehr einladen?", fragt er. Ebenso sei im Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten kaum was zu holen. "Mit einem Verbrauch von 0,5 Kilowattstunden pro Tag ist der Anteil verschwindend", so Holzer.

Einsparungspotenzial

Der Bereich, wo es Potenzial gebe, sei das Licht: "Da habe ich eine Anschlussleistung von 3,4 Kilowatt. Würde ich alle Birnen mit LEDs austauschen, käme ich auf 1,4 Kilowatt", sagt Holzer. Die Kostenersparnis für Strom beliefe sich dann auf 137 Euro pro Jahr. Die Umstellung koste jedoch 1230 Euro. "Das muss man sich einmal leisten können", sagt Holzer.

Nur ein Prozent des Energieverbrauchs eines Haushaltes falle aufs Licht. Der Bereich, wo Einsparungen etwas bringen würden, wäre vor allem beim Auto, das durchschnittlich 31 Prozent des Energieverbrauchs eines Haushalts ausmache, so Holzer.

Auch nicht ganz sicher, ob er das Ziel erreichen wird, ist Gleisdorfs Bürgermeister Christoph Stark. "Ich habe einige Lampen ausgetauscht und einen Offline-Schalter eingebaut", erzählt er. "Außerdem bin ich bewusst wenig zu Hause, um auch so noch etwas einzusparen", scherzt er. Aber auch wenn er das Ziel nicht erreichen werde, habe er von der Aktion profitiert. "Man erlebt die Dinge bewusster", meint Stark.

ROBERT BREITLER

FAKTEN

Vom 1. Dezember bis zum 31. März begeben sich in Weiz, Gleisdorf und Graz 110 Haushalte auf "Energiejagd".

In dieser Zeit wollen die Teilnehmer neun Prozent an Energie einsparen.

Weitere Informationen gibt es unter www. energiejagd.at.

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