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    Zuletzt aktualisiert: 10.01.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Balanceakte und die Fußmaroden

    Ihre Kritik an der Kulturpolitik? Ihre Wünsche an die Kulturpolitik? Das fragten wir Künstlern und Kulturorganisatoren. Hier die zweite Tranche aus der Flut von Rückmeldungen, weitere Reaktionen in den nachfolgenden Tagen einzeln.

    Künstler ILA stellte uns diese Arbeit dankenswerterweise als Illustration zur Verfügung: "langenase" aus der Serie "in god we trust" Dollar DNA | Graz | 2008

    Foto © KKKünstler ILA stellte uns diese Arbeit dankenswerterweise als Illustration zur Verfügung: "langenase" aus der Serie "in god we trust" Dollar DNA | Graz | 2008

    PETER FASSHUBER Leiter der Theaterfeste der Regionen theaterland.at

    Die freie Szene weist eine überdurchschnittliche Produktivität auf und kann sich mit Fug und Recht als Innovationsmotor bezeichnen. Im Verhältnis dazu kritisiere ich die nach wie vor krasse Unterdotierung. Eine gerechte Ausgewogenheit gegenüber den Institutionen wäre höchst an der Zeit. Dass das nicht auf Kosten des jeweils anderen gehen darf, ist klar. Dazu wünsche ich mir ein über Parteigrenzen hinweg klares Bekenntnis zur Förderung von Kultur sowie Verlässlichkeit und Planungssicherheit in den Förderstrukturen.

    ASTRID KURY Präsidentin der Akademie Graz akademie-graz.at

    Wenn in zwei in relativ kurzer Zeit aufeinanderfolgenden Evaluierungen völlig konträre Ergebnisse herauskommen wie im Fall unserer Akademie Graz (Machen wir sehr gute Kulturarbeit oder haben wir mit Kultur gar nichts zu tun?), ist damit der Wert von Evaluierungen infrage gestellt; noch dazu, wenn eine dieser Evaluierungen keine persönlichen Stellungnahmen zulässt und das wichtige Feedback fehlt. Der Balanceakt, mit immer weniger Mitteln ein hochqualitatives Programm zu gestalten, wird zusätzlich erschwert, wenn man kulturelle Arbeit an sich rechtfertigen muss. Die Arbeitsbedingungen im Kulturbereich werden schlechter, auch, weil sich KulturpolitikerInnen zu wenig als LobbyistInnen des Kulturlebens sehen und zu wenige Zeichen einer bestimmten politischen Kultur setzen.

    SIEGFRIED REISINGER Kulturverein Kunstdünger, Weiz kunstduenger.st

    Eigentlich gar keine Kritik: In unserer Region machen Kultur die einen, Politik die anderen. Und das ist sehr gut so. Die Kulturpolitik sollte dafür Sorge tragen, dass den Menschen bewusst wird, dass Kultur nicht nur zufällig passiert. Nirgendwo traten im "Jahr der freiwilligen Arbeit" Kulturarbeiter in Erscheinung? Warum?

    MARTIN G. WANKO Grazer Autoren- versammlung gav.at

    Es gibt zu viele Kulturpolitiker, zu viele Umfragen. Kostet alles viel Geld und Zeit. Die Kultur darf nach der Wahl nur nicht in irgendeinem Ressort verschwinden! Landesrat Buchmann stellt sich gut an, kann gut zuhören und fällt dann Entscheidungen. Vorteil: Er war Kulturstadtrat in Graz. Meine Wünsche: Das "Kulturgeld" für die Szene müsste der Inflation angepasst werden. Kulturschaffende müssen mit Stadt und Land ein inhaltliches Ziel erarbeitet, wohin das alles in den nächsten Jahren gehen soll. Es muss einen Silberstreifen an Horizont geben, sonst sind wir die "letzte Szene"!

    HERBERT NICHOLS- SCHWEIGER Steirische Kulturinitiative

    Reichtum und Vielfalt an Kultur und Kunst bringen den meisten, die sie hervorbringen, bestenfalls eine existenzielle und soziale Grundsicherung. Das entwickelte Kulturland Steiermark sucht zu wenig Kooperationen in Ländern mit anderem ästhetischen und politischen Hintergrund - Wandel durch Annäherung findet nicht statt. Verbesserungsvorschläge: Kooperationen und ihre Forcierung durch die Kulturbehörden sind sehr wichtig in Zeiten sinkender Budgetwerte. Die krasse Bevorteilung von Wien durch das Kunstministerium (75 % der Förderungen plus Bundestheater plus Bundesmuseen!) muss im Verbund mit den anderen Bundesländern gelindert werden - Einzelaktionen haben keine Chance.

    CHRISTOPH THOMA Intendant Grazer Spielstätten spielstätten.at

    Die hohe Qualität des Kunstgeschehens und das vielfältige Angebot sollten viel mehr aufeinander abgestimmt werden. Dazu braucht es eine Vision, ein Konzept, was Stadt und Land, in enger Abstimmung, erreichen wollen. Partizipation am Kulturgesehen, als aktiver Künstler oder als Rezipient, löst Diskurse aus, regt zum Denken an, fördert einen kreativen Standort und folglich eine kritische Gesellschaft. Daher wünsche ich mir kulturpolitische Vorgaben auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen, konkret: Kunst- und Kulturvermittlung müssen als Essential gelebt werden und brauchen politischen Rückhalt.

    WERNER FENZ Kunsthistoriker, Graz uni-graz.at/werner.fenz

    Im Land sitzt ein Politiker, der auch Kultur zu seinem Ressort zählt, in einem praktisch eingerichteten Kontor. In Schubladen sind Institutionen, Vereine, Initiativen abgelegt und mit Karteikarten versehen, auf denen Noten stehen. Erschütternd, dass nicht einmal das Lüfterl einer politischen Vision durch die Kulturlandschaft weht. Dass die 0,9 % Kulturbudget vom gesamten Landesbudget (wie macht das der Pühringer in OÖ, dass er gute Argumente für 3,5 % hat?) nur verwaltet werden. Dass nicht von vorn, von der Avantgarde aus, das vielfältige Geschehen betrachtet wird, sondern dass man von hinten, fußmarod, Befehle erteilt. Gibt es in der Stadt Graz wieder eine Kulturpolitik? Mein Wunsch an die Kulturpolitik? Kulturpolitik machen!

    HEIDRUN PRIMAS Leiterin Forum Stadtpark, Graz forum.mur.at

    Wir brauchen KulturpolitikerInnen, die keinen Zweifel aufkommen lassen, dass Kunstproduktion unverzichtbarer Teil der Gesellschaftsentwicklung ist, auch wenn sie schwer konsumierbar ist und schwierige Themen verhandelt. Kunst kann Grenzen verschieben - dabei geht es um einen erweiterten kultur- und gesellschaftspolitischen Denk- und Handlungsraum. Unsere Gesellschaft beginnt, auseinanderzufallen - wir müssen uns solidarisch verständigen, Ressentiments ausräumen und differenzierte Debatten installieren. Dieser Prozess braucht Zeit und einen "sicheren" Aktionsraum. Eine umsichtige Kulturpolitik weiß, dass es hier nicht um die Bringschuld der KünstlerInnen, sondern um ein ureigenstes Interesse der Gesellschaft geht.

    ILA alias CHRISTIAN RIEGER Künstler ila.at

    Kritik versorgt die Umstände, den Istzustand mit Energie und verstärkt bzw hält sie. Das resultiert aus den Daten gegenwärtiger Physik (Quantenlogik), auch aus den intuitiv Erlangten prärationalen Denkansätzen. Daher meine Utopie: Unsere Gesellschaft (vertreten auch durch Instrumente wie die Kulturpolitik) wiederentdeckt ihre Wertschätzung der Künste. Politiker wie Künstler erkennen folgenden Zusammenhang: Selbstgerechte demutsfreie Handlungen, Entscheidungen und Werke werden von uns Menschen als das wahrgenommen, was sie sind: seelenlos. Wir sind unserer marketingmanipulierten Welt müde und ändern das gerade. Gut so!


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