Parlaments-Verlängerung statt Sturm-Kick
Dass der ORF das Cup-Spiel Weiz gegen Sturm zwar im Programm hatte, aber nur "live zeitversetzt", das war die erste Aufregung. Dass der ORF die Sturm-Fans am Mittwochabend drei Stunden warten ließ, das war die zweite Aufregung. Thomas Huber hat am Küniglberg nachgefragt.

Foto © APA/GEPA/Montage KLZ DIGITALPolitiker vs. Kicker
19 Uhr: Ankick beim Cup-Spiel Weiz gegen Sturm. 20:15 Uhr: Die Übertragung auf TW1 bzw. ORF Sport Plus sollte "live zeitversetzt" starten, tut sie aber nicht. 21:15 Uhr: Noch immer läuft die Nationalratssitzung. 22:15 Uhr: Zum wiederholten Mal erscheint die Einblendung: "ÖFB-Cup im Anschluss an den Nationalrat". Punkt 23:07 Uhr: Die "live zeitversetzte" Übertragung der Sturm-Partie startet. Knapp drei Stunden später als geplant. Was hat sich der ORF dabei gedacht? Die Kleine Zeitung DIGITAL liefert die Antwort.
Quoten
Bei der "Verlängerung" der Nationalratsdebatte, die den ganzen Tag dauerte, waren ab 20:15 Uhr 14.000 Zuschauer dabei. Das Sturm-Match im Anschluss haben 4.000 Hartgesottene mitverfolgt.
"Da es einer der ersten nach der Sommerpause war, war die Parlamentssitzung nicht unwichtig. Dass es zu so einer Verzögerung kommt, war aber leider nicht absehbar. Und die Tagesordnungspunkte im Parlament kann der ORF nicht beeinflussen", rechtfertigt sich ein ORF-Sprecher und bittet für die dreistündige Wartezeit um Verständnis: "Die Sturm-Fans so lange warten zu lassen, war nicht optimal. Aber man tut sich schwer, aus einer Live-Übertragung abrupt auszusteigen - eine Situation, in der man kurzfristig abwägen muss und die für viele zum Teil unbefriedigend ist." Kurz: Irgendjemand habe beim Fernsehen immer das Nachsehen. Diesmal die Sturm-Fans, die das Match zu späterer Stunde aber zumindest trotzdem noch in voller Länge sehen konnten.
Ab 26. Oktober wird alles besser
Am Mittwoch hat die Politik das TV-Duell gegen den Sport gewonnen. Mit der Begründung: "Man wollte auch nicht die parlamentsinteressierten Zuschauer verärgern, die die Sitzung schon länger mitverfolgt haben." Und wahrscheinlich auch nicht die Politiker...
Das Match schon ab 19 Uhr live zu übertragen, stand übrigens nie zur Debatte. "Das ist die Sendefläche von TW1", so der Sprecher. Spätestens ab 26. Oktober werden sich Sport, Politik, Kultur & Co. aber nicht mehr im Wege stehen. Denn dann erfolgt der Anpfiff zum 24-stündigen Sendebetrieb von ORF Sport Plus.
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Verärgerte Fans
"Einigen faulen Politikern beim Zeitung lesen und beim Schlafen zuzusehen, ist dem ORF wohl wichtiger als das Sturm-Spiel zu zeigen", postete User "Play68" im kleine-at-Forum.









