Meister Sturm ist nur Mittelmaß
Auf Sturm warten in den kommenden 13 Tagen vier Spiele. Zuletzt ist der amtierende Meister aus der Erfolgsspur gekommen. Gründe dafür gibt es mehrere.

Foto © GEPAWo liegt der Hund begraben?
Das Sakko flog, die Halsschlagader schien zu platzen. Sturm-Trainer Franco Foda stapfte im Match gegen Innsbruck mehrmals völlig aufgebracht durch seine Coaching-Zone - das magere 1:1 konnte aber auch er nicht verhindern. Und so ist der Meister von gestern heute plötzlich nur noch sportliches Mittelmaß. Platz sechs in der Tabelle, schon acht Punkte Rückstand auf Tabellenführer Salzburg - die Momentaufnahme ist wenig zufriedenstellend, die Gründe dafür allerdings mannigfaltig.
Die Mehrfach-Belastung. Sturm absolvierte in der laufenden Saison in inklusive Champions-League-Qualifikation und Europa League bereits 15 Partien. In den nächsten 13 Tagen stehen weitere vier Spiele auf dem Programm (siehe Info-Box rechts). Schon am Mittwoch, müssen die Grazer im ÖFB-Cup nach Weiz. Allerdings absolvierten auch Salzburg und die Austria bereits gleich viele Begegnungen. Beide liegen trotz Doppelbelastung deutlich vor Sturm.
Das Verletzungs-Pech. Zur Doppelbelastung kommt bei Sturm die Personal-Misere. Acht Verletzte (Roman Kienast, Christian Gratzei, Milan Dudic, Ferdinand Feldhofer, Jürgen Säumel, Sandro Foda, Andreas Hölzl und Matthias Koch), dazu war zuletzt auch Darko Bodul gesperrt. Gegen Lok Moskau und Innsbruck merkte man den Personal-Engpass mehrmals deutlich, auch wenn junge Talente wie Florian Kainz, Christian Klem oder Florian Neuhold mit durchaus ordentlichen Leistungen in die Bresche sprangen.
Die Neu-Erwerbungen. Sturm verstärkte sich gut. Neuerwerbungen wie Jürgen Säumel, Milan Dudic oder Darko Bodul stießen aber erst spät zu den Grazern. Sie versäumten die ganze Vorbereitung, hatten teilweise lange keine Spielpraxis und standen in den ersten Partien noch gar nicht zur Verfügung. Dann musste wegen der Mehrfachbelastung alles schnell gehen - vielleicht zu schnell. Säumel und Dudic fallen derzeit beide mit einem Muskelfaserriss aus. Und auch George Popkhadze, der ebenfalls erst kurz vor Saisonbeginn nach Graz siedelte, bekam nach einem Leistungsabfall zuletzt eine Pause verordnet.
Die Teamchef-Diskussion. Auch wenn es keiner zugibt. Über die Medien wurde und wird viel Unruhe in die Mannschaft getragen. Die täglichen Spekulationen ob Franco Foda nun Teamchef wird oder nicht, nerven mittlerweile viele. Selbst Sturms Sportdirektor Hans Lang muss zugeben: "Was da in den Medien abgeht, ist arg. Das geht alles nicht spurlos vorüber."
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