15 Jahre und 75 Millionen Euro schwerer
Heuer geht das Regionalmanagement Oststeiermark in sein 16. Jahr. Horst Fidlschuster über die anfängliche Hürden und grobe Irrtümer.

Foto © PrivatDas Team des Regionalmanagements Oststeiermark - am Bild auch Leander Feiertag, der das Regionalmanagement inzwischen verlassen hat (vorne links)
Ein Büro, 120 Quadratmeter groß, ein Schreibtisch, ein Telefon. Und ein Mann, der da ganz alleine sitzt und ab und zu die Stirn runzelt, sich umschaut, die Ohren spitzt. Denn es knackst im Gebälk des Haas-Hauses hier in Großwilfersdorf. Und das kann laut sein, wenn man sonst nichts hört.
Das war 1996, als Horst Fidlschuster aus rund 50 Bewerbern zum ersten Geschäftsführer des Regionalmanagements Oststeiermark (RMO) berufen wurde. Mehr als ihn, Tisch, Telefon und Büro gab es nicht. "Also habe ich mich erst einmal damit beschäftigt, die Infrastruktur im Büro - Computer, Möbel - aufzubauen", sagt Fidlschuster. 15 Jahre arbeitete das RMO in Großwilfersdorf, ab Montag nimmt es in der Weizer Wirtschaftskammer den Betrieb auf.
Was sich da alles getan hat in den 15 Jahren? Viel. Zuerst, erinnert sich Fidlschuster, habe er Kontakt mit den Bürgermeistern aufgenommen, sei viel bei Veranstaltungen gewesen, habe Gemeinden aufgefordert, Projekte einzureichen. "Es gab damals schon im EU-Entwicklungsprogramm Richtlinien für Förderungen von Projekten", sagt Fidlschuster.
Die Vorstellungen der Projektwerber waren gelinde gesprochen vage. "Ich hatte schließlich 190 Projekte am Tisch, aber 85 Prozent davon konnten nicht gefördert werden", sagt Fidlschuster. "Vielfach waren die Förderwerber enttäuscht, sagten, ich verhindere eine Förderung, weil man dachte, jetzt regnet es EU-Geld. Ich musste ihnen sagen: ,So funktioniert die EU nicht.'"
Wie sie funktioniert, sollten die Region und auch das RMO bald wissen. Immerhin unterstützte, begleitete und beriet das RMO in den vergangenen 15 Jahren Projekte mit einem Gesamtvolumen von 75 Millionen Euro, 40 Millionen Euro sind von der EU alleine in die Oststeiermark geflossen. "Es ist in der Oststeiermark viel öfter die EU drinnen als außen draufsteht", sagt Horst Fidlschuster.
Heute hat das RMO neun Mitarbeiter in zum Großteil hochqualifizierten Jobs. Die nächsten Schwerpunkte sind die Umgründung des Vereines RMO in eine GesmbH., die Vorbereitung für die Förderperiode 2014 bis 2020 oder die weitere Begleitung der Bildung der Kleinregionen.
Ob Fidlschuster der Job auch nach 15 Jahren noch Spaß macht? "Ja, weil ich sehen kann, was sich entwickelt. Und zwei Dinge habe ich in der Zeit gelernt: Erstens, man braucht eine Allianz der Willigen, überreden hat keinen Sinn. Und, zweitens: Wenn es nicht wie geschmiert geht, dann wird's nichts."
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FAKTEN
Ab 4. Juli ist das Regionalmanagement Oststeiermark in der Wirtschaftskammer Weiz zu erreichen. Adresse: Gleisdorfer Straße 43, 8160 Weiz.
Telefon: (03172) 30 9 30.
Der Mailverkehr ist bis 4. Juli nur eingeschränkt möglich.
E-Mail: oststeiermark@regionalmanagement.at
Homepage: http://www.regionalmanagement.at
Geschäftsführer ist Horst Fidlschuster, Berater sind Doris Pauger, Johanna Ehetreiber, Christian Luttenberger, Daniela Adler-Neubauer und Christian Fraissler-Simm.
Betreut werden die Bezirke Weiz, Hartberg und Fürstenfeld, die Gemeinden zahlen pro Einwohner und Jahr 44 Cent an das RMO.








