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Zuletzt aktualisiert: 10.04.2011 um 17:20 UhrKommentare

Angriff auf König, Dame und die Nerven

Gegrübelt, gezogen und geschlagen wurde in Weiz, beim zehnten Stadt-Schachturnier. Ein Lokalaugenschein in Schwarz und Weiz.

Foto © APA

Höchste Konzentration und Stille: Diese beiden Wörter beschreiben das zehnte offene Weizer Stadtturnier im Schach wohl am besten. Selbst das leise Klicken des Kameraauslösers ist zu laut und wird immer wieder von argwöhnischen Blicken begleitet. In zwei Turnieren spielen seit Donnerstag 72 Personen aus ganz Österreich und dem Ausland (Slowenien, Ungarn) um 2000 Euro Preisgeld. Fünf Partien hat das Teilnehmerfeld nach dem heutigen Tag absolviert. Als Favorit ging Großmeister Sergey Kasparov, der nur Namensvetter von Ex-Weltmeister Garri Kasparov ist, in den Bewerb.

Schon hat der Weißrusse seine ersten Züge gemacht. Den Bauern auf C4, den Springer auf F3. Der Gegner kontert mit der identen Folge, nur seitenverkehrt. 2500 ELO-Punkte scheinen doch Vorbild genug zu sein. Durchschnittlich drei Minuten hat ein Spieler Zeit, seinen Zug zu machen, 40 Züge in maximal 90 Minuten. Und die ELO-Punkte? Die ELO-Punkte ergeben eine Rangliste (national bzw. international), nach der die ersten Paarungen ausgelost wurden. Sie ist vergleichbar mit der ATP-Liste im Tennis. Für jeden Sieg gewinnt, bei jeder Niederlage verliert man Punkte.

Angriff

Nach einer Stunde sind schon einige Figuren weniger auf dem Schachbrett. Dafür wurde die Anspannung umso größer. Dann der Griff zur Dame: Erster Angriff auf dem Nachbarbrett? Im Gegenteil, der junge Mann stellt die Figur nur schützend vor den König. Scheinbar zu früh, um anzugreifen. Einen Punkt kriegt man übrigens für einen Sieg, einen halben für ein Remis.

Nach zwei Stunden und 25 Minuten Grübelei, zittrigen Händen und viel Stress bei stickiger Luft ist aus dem hintersten Eck des Turnierraums plötzlich ein "Schach" zu hören. Fast störend, doch es scheint so, als würde in den nächsten Augenblicken eine Partie zu Ende gehen. Organisator Ewald Stifter ist in Bedrängnis geraten. Während er seinen Blick noch einmal prüfend über das Brett schweifen lässt, ist auf einmal ein "Schach Matt" aus dem anderen Eck zu hören.

Kasparov hat gewonnen, doch euphorischer Jubel sieht anders aus. Der Russe steht erleichtert auf und verzieht keine Miene. Während das Schachbrett für die neue Partie (heute ab 10 Uhr, Gasthof Almer) vorbereitet wird, konnte sich Stifter gerade noch aus der kniffligen Situation befreien. Und weiter geht die Tüftelei.

MARTIN MANDL

Kommentar

SONJA SCHREIMatt oder ni... von SONJA SCHREI

FAKTEN

Das Weizer Schach-Stadtturnier begann am Donnerstag und läuft bis heute. Heute ist Start um 10 Uhr im Gasthof Almer.

70 Teilnehmer kamen heuer aus allen österreichischen Bundesländern und dem Ausland.

Preisgeld: 2000 Euro.

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