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Zuletzt aktualisiert: 22.12.2010 um 21:10 UhrKommentare

Rätsel um Gewalttat in Pflegeheim

Seit Kurzem steht fest: 83-Jähriger wurde in Weizer Pflegeheim Opfer einer Gewalttat. Aber wer hat seinen Tod verursacht und warum musste der Heiminsasse sterben? Ermittlungen laufen.

Foto © APA/Sujet

Die Staatsanwaltschaft sei schon immer davon ausgegangen, dass der 83-jährige Gottfried K. keines natürlichen Todes gestorben war, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hansjörg Bacher. Anzeichen für ein Gewaltdelikt waren vorhanden. Dass der alte Mann tatsächlich durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen war, bestätigen nun - wie berichtet - eine 3-D-Untersuchung und Gutachten des Ludwig-Bolzmann-Institutes in Graz.

Die Vorgeschichte: Gottfried K. war im Pflegeheim der Volkshilfe in Weiz untergebracht. Er war in der Pflegestufe 3. Das Zimmer teilte er sich mit einem 96-jährigen Mann, der in Agonie lag und daher von der Tat nichts mitbekommen hatte. Erst bei der Visite am Vormittag des 19. Mai 2010 wurde bemerkt, dass Gottfried K. am Hals eine Schellung aufwies. Er kam ins Krankenhaus und starb eine Woche später an einer Lungenentzündung.

Fragen über Fragen

Die Spitalsärzte vermuteten schon damals Gewalteinwirkung und alarmierten die Polizei. Jetzt steht eindeutig fest, dass es durch die Strangulierung zu Blutungen gekommen war und K. deshalb eine Lungenentzündung bekommen hatte, die er nicht überlebte. Nach dem Strafgesetz, eindeutig Tod durch fremde Gewalt. Vom Täter fehlt noch jede Spur. "Wir ermitteln", sagt Mordgruppenchef Anton Kiesl ohne Details zu nennen. "Auskünfte erteilt nur der Staatsanwalt."

Wer hat den gewaltsamen Tod des alten Mannes verursacht? Warum musste K. sterben? Warum hat ihn der Täter nicht gleich getötet? Wurde er von jemandem gestört, als er versuchte K. zu strangulieren? Fragen, auf die es bisher keine Antworten gibt.

Franz Ferner, der Geschäftsführer der Volkshilfe Steiermark kann sich schwer vorstellen, dass irgendjemand vom Pflegepersonal als Täter infrage kommt. "Wir hatten in Weiz heuer insgesamt drei Überprüfungen durch die Behörden. Das Pflegeheim hat Top-Werte bekommen. Außerdem: Der Personalschlüssel liegt deutlich über dem, den das Land vorgibt." Man habe größtes Interesse, dass der Fall so schnell wie möglich aufgeklärt werde.

Heimleiter gekündigt

Das Weizer Pflegeheim ist ab 21 Uhr zugesperrt. Wollen Außenstehende danach ins Gebäude, müssen sie anläuten. Die Heiminsassen, so Ferner, hätten aber einen eigenen Schlüssel. Tagsüber steht das Haus offen.

Das Ausscheiden des Heimleiters im Juni dieses Jahres, habe mit dem Todesfall nichts zu tun, so Ferner. Er hat gekündigt, weil er sich verändern wollte.

HANS BREITEGGER

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