Reisebus rammte Pkw: zwei Verletzte
Vor allem in der südlichen Steiermark herrschte am Freitag teils heftiger Schneefall. Die weiße Pracht brachte nicht nur Winterzauber, sondern auch zahlreiche Behinderungen und Verkehrsunfälle.

Foto © BFV Liezen/SchlüßlmayrAuf der Ennstalbundesstraße kollidierte ein voll besetzter Reisebus mit einem mit zwei Personen besetzten Pkw
Eine Kette von Italientiefs beschert vor allem den Süden der Steiermark momentan raue Schneemengen. In den letzten Tagen wurde die gesamte Steiermark in ein tiefes Weiß getaucht. Doch damit nicht genug: Am Freitag wurde es noch heftiger in Sachen Schneefall.
Behinderungen und Unfälle
Aufgrund der Schneefälle ist es am Freitag bereits zu mehreren Behinderungen gekommen. Auf der A 2 bei Gleisdorf waren mehrere LKW hängen geblieben, auf der A 9 bei Kalsdorf stand ein Lastwagen quer.
In den Morgenstunden kam es im Wechselabschnitt zu einem Unfall. Ein slowakischer Lenker kam mit einem Klein-Lkw auf der Richtungsfahrbahn Graz, zwischen Zöbern und Schäffern, auf der schneeglatten Fahrbahn ins Schleudern und überschlug sich. Das Fahrzeug blieb auf der Seite liegen, der Lenker blieb zum Glück unverletzt.
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S6 bei KindbergFoto © FF Kindberg Stadt
In Kindberg kam es am Freitag gleich zu zwei schweren Unfällen auf der S6. Am frühen Abend krachte es Richtung Graz auf der Höhe Mürzhofen. Zwei Pkw waren mit einem Laster kollidiert. Wenig später kam es auf Höhe Kindberg-Ost zu einer weiteren Kollision.
In Kapfenberg-Diemlach war ein Lkw aufgrund der schneeglatten Fahrbahn ins Rutschen geraten und gegen eine Hausmauer gekracht. Der Lkw wurde von den Einsatzkräften der FF Kapfenberg - Diemlach aus seiner misslichen Lage befreit.
In Pruggern geriet ein Landwirt mit seinem Schneepflug, den er auf seinem Kommunaltraktor montiert hatte, auf der Eisenbahnkreuzung in einen Spalt zwischen Schiene und Straße. Der Schneepflug löste daraufhin mechanisch aus und kippte nach vorne. Der Pflug verkeilte sich am Gleiskörper. Der Landwirt konnte nur mehr die hydraulischen Leitungen seines Schneepfluges vom Traktor trennen, um so aus dem Gefahrenbereich zu kommen. Unmittelbar danach erfasste ein Zug den tonnenschweren Pflug, der etwa 80 Meter in die Wiese geschleudert wurde. Sowohl der Pflug als auch die Lokomotive wurden durch den Unfall stark beschädigt.
Bei dichtem Schneetreiben kollidierte am Freitagabend auf der Ennstalbundesstraße ein voll besetzter Reisebus mit einem mit zwei Personen besetzten Pkw. Für die Insassen des Reisebusses endete der Unfall glimpflich, sämtliche Passagiere sowie der Buslenker blieben unverletzt und kamen mit dem Schrecken davon. Die Insassen des Pkw wurden leicht beziehungsweise schwer verletzt. Der Lenker musste von der Feuerwehr Haus unter Einsatz von hydraulischem Rettungsgerät aus dem völlig havarierten Fahrzeug befreit werden. Er wurde unter Notarztbegleitung ins DKH Schladming eingeliefert. Die Polizei leitete unterdessen den Verkehr über das Ortsgebiet von Haus um und ermöglichte einen einspurigen Verkehr mit wechselseitigen Anhaltungen.
Bereits am frühen Nachmittag war es auf der B 146 bei Frauenberg zu einer Frontalkollision zweier Pkw gekommen. Die Fahrzeuglenker wurden dabei schwer verletzt und vom Rot-Kreuz-Notarzt Rottenmann, sowie einem Feuerwehrarzt versorgt und in das LKH Rottenmann eingeliefert.
Auf der Südautobahn (A 2) im Wechselgebiet wurde Freitag früh Schneekettenpflicht für Lkw verhängt. Die Maßnahme galt nach Angaben der ÖAMTC-Informationszentrale im Abschnitt Seebenstein (Bezirk Neunkirchen) - Friedberg-Pinggau (Bezirk Hartberg) in beiden Fahrtrichtungen. Bei winterlichen Bedingungen habe es auf den Straßen wohl einige Ausrutscher, vorerst aber keine gröberen Probleme gegeben.
Situation in Graz
Auf die heftigen Schneefälle haben die Menschen in Graz Freitag früh höchst unterschiedlich reagiert: Manche nahmen es mit Humor, die meisten gelassen, einige machten sich auf Schusters Rappen auf den Weg zur Arbeit. Ein paar Hartgesottene wollten auch an einem solchen Tag nicht auf das Fahrrad verzichten: "Es war heute eher mühsam", so ein Biker am Jakominiplatz, der aus der Vorstadt angestrampelt gekommen war. Trotz deutlich weniger Individualverkehr auf den Straßen ging es bei rund 15 bis 20 Zentimeter in den Morgenstunden eher zäh voran. An der Endhaltestelle der Straßenbahnlinie 7 in Graz-Wetzelsdorf/Eggenberg wurden die Fahrgäste auf ihre Geduld hin getestet: Das Display zeigte eine Wartezeit von 25 Minuten bis zur nächsten eintreffenden Bahn an. Als endlich auf fünf Minuten heruntergezählt war, sprang die Anzeige wieder auf 25 Minuten hinauf - die meisten Wartenden nahmen es gelassen, bei manchen sorgte die Situation sogar für Heiterkeit. Verschärfend kam aber hinzu, dass plötzlich eine leere Fahrschul-Tram in die Endstation einfuhr und gleich wieder "durchstartete". "Heute Fahrschule? Ja, sicher!" so ein älterer Herr etwas resignierend.
Taxistände waren begehrte Plätze für Grazer, die mit den Öffis nicht wirklich weiterkamen, denn zwischen 8.00 und 9.30 Uhr "klemmte" es bei vielen Tram-Verbindungen. Spontan bildeten sich Fahrgemeinschaften: "Wir müssen zum Bahnhof - will jemand mit uns fahren?" riefen zwei schon etwas eingeschneite Herren den auf eine Bim wartenden Menschen zu - schnell war das Taxi ausgebucht, beim nächsten funktionierte es ebenso. Auch Radfahrer ließen sich nicht von der Witterung abschrecken, wenngleich auch wohl nur mehr die Hardcore-Biker unterwegs waren. Diese waren allerdings in ihrer Aufmerksamkeit gefordert, nicht etwa in im Schnee verborgene Straßenbahnschienen zu geraten. Im Stadtgebiet waren auch deutlich mehr Pkw zu sehen, deren Fahrer Schneeketten angelegt hatten. In Bereichen wie dem Stiftingtal im Osten oder dem Neupauerweg im Westen der Stadt blieben dennoch Fahrzeuge hängen, was sich wiederum verzögernd auf den Busverkehr auswirkte.
Gegen 10.00 Uhr hatte sich die Situation schon wieder einigermaßen normalisiert - der Großteil der in die Arbeit eilenden Menschen war befördert worden. Spitzenreiter bei den Verspätungen war laut Grazer Verkehrsbetrieben die Buslinie 33 mit 95 Minuten, bei manchem Tramlinien war es bis zu einer Stunde. "Wir haben unsere Leute aus dem Urlaub zurückgeholt und fahren mit allem, was da ist", so Sprecher Gerald Pichler. "Aber wenn Autos an Engstellen hängen oder Ampeln ausfallen, stehen wir auch." Gegen Mittag waren die Straßenbahnen wieder im Zeitplan, bei den Bussen ist aber immer wieder - aufgrund des Individualverkehrs - mit Verspätungen zu rechnen. Bei den GVB gibt man sich ob der nächsten Stunden zuversichtlich: "Es wurde alles an verfügbarem Material in die Schlacht geworfen", so Pichler. Einschubbusse stehen am Jakominiplatz bereit.















