Amtsstunden auf dem Hauptplatz
Die Weizer Originale Helmut Klamminger, Karl Windisch, Kurt Janisch, Karl Gschiel, Lorenz Hierzer und Rudolf Eichele treffen sich seit rund 30 Jahren am Hauptplatz um zu diskutieren.
Fünf Mal die Woche trifft sich eine Altherrengruppe am Weizer Hauptplatz zum Tratschen. "Wir halten hier unsere Amtsstunden", stellt Karl Windisch klar, der um 9 Uhr neben Karl Gschiel und Lorenz Hierzer als Erster am Hauptplatz steht und auf Helmut Klamminger sowie auf Rudolf Eichele wartet. Wie lange sie sich schon treffen, weiß keiner mehr so genau. "Sicher mehr als 30 Jahre."
Kaum sind sie vollzählig, wird auch schon heftig diskutiert. In der Debatte geht es um Fußball, genauer um den SC Weiz. "Die brauchen dringend einen Sieg. Sonst wird es im Frühjahr wirklich noch eng", meint der gerade eingetroffene Eichele. Die Herren müssen es wissen, immerhin trugen sie neben der Arbeitsmontur der Elin auch jahrelang das Trikot des SV Krottendorf.
In den Diskussionen geht es aber genauso um Themen wie Gesundheit, Tratsch und Klatsch und natürlich Politik. Apropos Politik: Manchmal kommt Bürgermeister Helmut Kienreich vorbei und redet mit. Stellen die Weizer Originale dem Gemeindechef aber zu viele Fragen, sei er schnell wieder weg, sind sie sich grinsend einig.
"Es warad so weit", meint Klamminger plötzlich und zeigt auf seine Uhr. Geht der Gesprächsstoff aus, geht es um 9.35 Uhr zur "Filiale" in der Europaallee. Egal bei welchem Wetter, eine Stunde steht das Quintett in jedem Fall zusammen. Doch warum eigentlich im Freien? "Richtige Wirtshäuser wie früher gibt es in Weiz nicht mehr", sagt Lorenz und denkt dabei an die Gasthäuser Zöhrer, Haas oder Grawatsch. "Dafür haben wir draußen mehr zum Schauen."
Fast jeder Passant wird mit einem freundlichen "Guten Morgen" begrüßt. So wie Kurt Janisch, der immer erst um 9.45 Uhr dazustößt. Kurz vor 10 Uhr wird es dann noch ein letztes Mal laut. Es geht ums Mittagessen.
Unter den Freunden rennt der Schmäh und trotz großer Meinungsverschiedenheiten habe man, so Klamminger, noch nie gerauft. Dann wird es plötzlich ruhig und ehe man sich versieht, sind die Herren ihrer Wege gegangen. MARTIN MANDL








