Beethoven fulminant
Ein vorzüglicher Dirigent und die glänzende pianistische Leistung eines jungen Weizers.
GRAZ. Ohne Stab, mit suggestiver, nie übertreibender Gestik die musikalischen Strukturen nachzeichnend, herausarbeitend: So präsentierte sich (nicht zum ersten Mal) der aus München stammende Dirigent Michael Hofstetter beim "recreation"-Saisonauftakt im Grazer Stephaniensaal.
Drei in strenger Chronologie die Wiener Klassik durchmessende Werke bildeten die Plattform für eine wahre Sternstunde: In der so gut wie unbekannten dreisätzigen Sinfonie Nr. 9 von Joseph Haydn verlangte Hofstetter den fabelhaft disponierten Musikern schon kompaktes, dynamisch fein austariertes Spiel ab. Ludwig van Beethovens erste Sinfonie voll von Spannung, Brisanz und innerer Logik bildete den zu erwartenden Glanzpunkt Nr. 3 des Abends.
Zu Recht akklamiert wurde zuvor der junge Pianist Philipp Scheucher aus Weiz. Schön phrasierend zeichnete der 17-jährige Schüler von Markus Schirmer mit lockerem Oberarm die Kantilenen im Solopart von Mozarts "Jenamy"-Klavierkonzert KV 271 facettenreich nach. Doch auch die heiklen Passagen im Presto blitzten in eleganter Zwiesprache mit dem Orchester auf. Meister Markus (präsent in einer Mozart-Zugabe zu vier Händen) kann zufrieden sein.








