Kritik an Ausweichstelle
Die Bauarbeiten in der Weizklamm gehen voran. Es gibt aber auch Kritik.

Foto © PrivatDerzeit werden rund 80 Sprenglöcher in den Fels gebohrt
Am Montag wurde der Bescheid erlassen und seit Mittwoch wird gebohrt: Die letzte Engstelle der Weizklamm soll in den nächsten Wochen mittels einer rund 40 Meter langen Ausweichstelle entschärft werden. Eine wichtige Maßnahme für den Verkehr durch die Klamm, die allerdings auch von Kritik nicht verschont bleibt.
Für Hans Spreitzhofer, Obmann der Bezirksstelle der Wirtschaftskammer Weiz, steht eines fest: "Keiner bezweifelt die Notwendigkeit dieser Baumaßnahmen", sagt Spreitzhofer. Völlig unzumutbar sei es jedoch, dass sowohl Pendler wie auch Wirtschaftstreibende so spät von dem Vorhaben informiert worden seien. Nur wenige Tage vor Beginn der Bauarbeiten "mit den Anrainergemeinden und der Wirtschaft eine sinnvolle Lösung erarbeiten zu wollen, ist absolut unzumutbar", so Spreitzhofer weiter.
Im Verkehrsressort versteht man zwar die Kritik, rechtfertigt sich aber damit, dass durch die naturschutzrechtlichen Auflagen nur ein sehr kleines Zeitfenster für Arbeiten offen gewesen sei, wodurch man derart kurzfristig handeln musste.
Verbreiterung
Ein weiterer Kritikpunkt des Weizer Wirtschaftskammerobmanns betrifft das Ausmaß der Baustelle: "Wenn es anstatt der 40 Meter, die als Ausweiche dienen sollen, gleich der gesamte schmale Streckenabschnitt von circa 80 Meter wäre, der verbreitert wird, wäre sicher auch kein ökologisches Ungleichgewicht entstanden", meint Spreitzhofer.
Der Grund für die Größe der Baustelle ist aber weniger ein ökologischer sondern vielmehr ein geologischer: "Wo gearbeitet wird, ist eine geologisch stabile Lage mit einem zehn bis zwölf Meter hohen Felsen", heißt es aus dem Büro von Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder. Länger könne die Ausweichstelle gar nicht gemacht werden, denn "kein Geologe kann sagen, ob über diesen Bereichen der Fels darüber halten würde". Überhaupt stelle die jetzige Version die einzig leistbare Variante dar.
Features
AUSWEICHSTELLE
Auf einer Länge von 40 Metern werden 700 Kubikmeter Felsen herausgesprengt. So entsteht eine Ausweichstelle, von wo man frontal den Gegenverkehr sehen kann.
An Wochentagen ist die Klamm gesperrt, an den Wochenenden wird die Sperre aufgehoben, bis auf eines (voraussichtlich 25. und 26. September).









