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Zuletzt aktualisiert: 07.08.2010 um 20:16 UhrKommentare

Unkraut statt reifer Früchte

Immer öfter finden sich auf Acker- und Grünflächen nicht nur Nutzpflanzen, sondern auch Unkraut. Teilweise bedingt durch extensive, teilweise aufgrund fehlender Bewirtschaftung.

Mais, wohin das Auge reicht - auf den meisten landwirtschaftlichen Flächen in und rund um St. Johann bei Herberstein baut man diese Frucht an. Nur unterbrochen von Äckern, auf denen Roggen, Spargel und Kürbis wachsen. Doch auch Unkraut hat sich zuhauf auf einigen dieser Felder breitgemacht. Sehr zum Ärger eines Bauern, der die angrenzenden Äcker bewirtschaftet: "Die wilde Hirse als auch die Disteln wachsen früher oder später auch auf meinen Feldern." Bewirtschaftet werden diese Äcker von einem Biobauern, der dafür auch Förderungen beziehe, so der Bauer.

Johannes Kneissl von Agrarmarkt Austria (AMA) - diese wickelt die Förderungen ab - will zum konkreten Fall nicht Stellung nehmen. Aber er erklärt: "Mit den Förderungen sollen Mindererträge und der höhere Arbeitsaufwand kompensiert werden." Damit verbunden sind aber auch entsprechende Auflagen: ordnungsgemäße Pflege und Aberntung der Flächen. Abweichungen müssten sofort der AMA gemeldet werden. "Das gilt auch für die extensive Landwirtschaft", betont Kneissl. Biobauern dürften jedoch nur sehr begrenzt Pflanzenschutzmittel einsetzen. In den meisten Fällen werde dem Unkraut mechanisch der Garaus gemacht. Laut Aussage des Bauern würde aber genau das auf den Roggen-, Spargel- und Kürbisfeldern nicht geschehen.

Feuchte Böden

Naturgemäß anders sieht das der Beschuldigte: "Wir haben im Feistritztal feuchte Böden. Da wachsen nicht nur Pflanzen gut, auch das Unkraut." Das angebaute Getreide habe zwar einen besseren Unkrautdruck. Doch wegen der Halmlänge würden sie schneller knicken als andere Sorten. Um das Getreide zur richtigen Zeit ernten zu können, würde der Betrieb sogar selbst dreschen.

Für die Kürbisse sei es heuer indes zu kalt gewesen: "Wir beizen die Kerne nicht, darum sind sie kaputt geworden. Das haben wir auch der AMA gemeldet." Der Biobauer hat sich bewusst für ungebeizte Kerne entschieden: "Die Beize geht bis ins Grundwasser. Und wenn die Bienen die Blüten bestauben, kann das für sie sogar tödlich enden."

Kontrolliert werden die AMA-Auflagen regelmäßig: "Wir haben eine Mindestkontrollquote von fünf Prozent", so der AMA-Experte Kneissl. Es könne vorkommen, dass ein Bauer mehrmals im Jahr kontrolliert werde. Falls es bei einem Betrieb Verdachtsmomente gibt, geht man der Sache nach, betont Kneissl.

Mit dem Problem von überwucherten Flächen kämpft man aber auch im Bezirk Weiz. "Man muss unterscheiden zwischen jenen, die ihr Geld in Grundstücken anlegen, und jenen, die früher selbst eine Landwirtschaft betrieben haben", erklärt Kammerobmann Josef Wumbauer. Vor allem Spekulanten müsse klar sein, dass Grundstücke auch jedes Jahr Pflegekosten verursachen. Seitens des Maschinenrings würde es entsprechende Angebote geben. "Hinzukommt, dass diese Flächen oft schwer zugänglich sind und das Futter oft nur mehr eingestreut werden kann", erzählt der Kammerobmann von seinen Erfahrungen.

Was das Bauernsterben und die dadurch fehlende Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen betrifft, plädiert Wumbauer für entsprechende Anreizsysteme. "Dabei geht es um die Erzeugung von Nahrungsmitteln, Energie, aber auch um den Tourismus." Gerade für Tourismusregionen sei die Erhaltung von Wiesen und Almen dringend notwendig.

MONIKA SCHACHNER

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