Auch in SPÖ Frauen weiter Mangelware
Die Listenplätze in der SPÖ sind vergeben. Auch 2010 haben sich in der Regel die "üblichen Verdächtigen" durchgesetzt.

Foto © BauerMartina Schröck und Hannes Schwarz sind fix gesetzt für Graz - und gemeinsam mit Klaus Zenz für einen Erfolg bei der Landtagswahl verantwortlich
Mit großem Pomp und Trara wurden gestern alle SPÖ-Listen für die Landtagswahl beschlossen. Auch wenn die Wähler das letzte Wort haben, lassen sich doch bereits heute einige personelle Verschiebungen festmachen: Viele neue Gesichter wird es nicht geben, auch der Frauenanteil ist nicht überwältigend. Die umstrittenste, weil öffentlich diskutierte Änderung betrifft Kurt Flecker: Für den 62-jährigen Landtagspräsidenten gibt es kein Mandat mehr.
Zuletzt saß er auf einem der neun SPÖ-Grundmandate im Wahlkreis Obersteiermark, dieses wird nun frei. Ebenfalls nicht mehr dabei ist Erich Prattes aus Leoben. Sieben bisherige Wahlkreis-Mandatare aus den Bezirken Leoben, Bruck, Liezen, Mürzzuschlag, Knittelfeld, Judenburg und Murau düften ihr Mandat sicher haben: Anton Lang, Waltraud Bachmaier-Geltewa, Ewald Persch, Markus Zelisko, Gabriele Kolar, Gerald Schmid und Monika Kaufmann. Neu dazu kommen könnten der Polizist Christian Göttfried und Maria Fischer aus Spital am Semmering.
Im Wahlkreis Oststeiermark (Bezirke Fürstenfeld, Feldbach, Hartberg und Weiz) hatte die SPÖ 2005 vier Mandate erreicht. Die vier Mandatare - Franz Schleich, Wolfgang Böhmer, Siegfried Tromaier und Klaus Konrad - belegen weiter die vordersten Listenplätze. Das Mandat des Ilzer Betriebsrats Konrad ist das am schwächsten abgesicherte. Verliert die SPÖ 3000 Stimmen, ist sein Mandat futsch, auf der Landesliste hat er keine Chance.
Mit Sicherheit wenigstens eine Änderung gibt es im südlichen Wahlkreis (Deutschlandsberg, Leibnitz, Voitsberg und Radkersburg), hier verlor Günther Prutsch in Radkersburg sein Mandat an Martin Weber aus Tieschen. Neben ihm sind zwei alte Hasen weiter dabei: Klubobmann Walter Kröpfl und der Chef der Bürgermeister-Band, Detlev Gruber. Ebenfalls Chancen. sein Mandat zu behalten, hat Karl Pettinger, das vierte Mandat im Wahlkreis ist mit 7830 Stimmen das am besten abgesicherte rote Grundmandat. Aber auch hier gibt es wie im Osten keine Frau unter den SPÖ-Mandataren.
Der am heftigsten umkämpfte Wahlkreis war wie immer Graz und Umgebung. Hier gab es neben den sechs Grundmandaten auch die beiden einzigen Restmandate (Landeslistenmandate). Der Kampf um die Verteidigung von acht Mandaten wurde nicht zuletzt deshalb so heftig geführt, denn ein - theoretisch - für Flecker vorgesehenes Mandat von der Landesliste hätte einen Nachgereihten ums Mandat gebracht. Doch zuerst zu den Wahlkreismandaten: Drei Abgeordnete verlassen den Landtag, Gerhard Rupp, Ilse Reinprecht und die 3. Landtagspräsidentin Barbara Gross. Somit verbleiben sicher der Gewerkschafter Klaus Zenz, sowie Martina Schröck und Johannes Schwarz für Graz und Ursula Lacker und Bürgermeister Werner Breithuber aus Graz-Umgebung. Neu kommen könnte Renate Bauer aus Stattegg, damit wären beide Bezirke erstmals gleich stark vertreten.
Einen ziemlich sicheren Platz auf der Reststimmenliste hat die Leobenerin Helga Ahrer. Hinter ihr abgesichert ist Renate Bauer. Verliert die SPÖ ein Grund- und gewinnt dadurch ein Restmandat, ginge dieses an einen Studenten aus der Obersteiermark, an Max Lercher aus St. Peter am Kammersberg.
Als politischer Mandatar ist Kurt Flecker im Out, als amtierender Landtagspsräsident hat er sich ein letztes Mal als gewiefter Taktiker erwiesen: Sein langjähriger Pressereferent Heinrich Fischer wechselte per 1. Juli in die Sozialabteilung. Die verbleibenden drei Monate soll er dem Landtag noch per Sondervertrag als Pressereferent zur Verfügung stehen. SP-Personallandesrat Siegfried Schrittwieser legte ein Veto ein, obwohl er selbst als Landtagspräsident jahrelang einen Beamten in Nebenbeschäftigung für die Presse beschäftigt hatte. Flecker zog das Präsidium des Landtages - die Klubobleute aller Parteien - auf seine Seite und setzte das Veto außer Kraft.









