Viel fort gehen und doch zu Hause bleiben
Eine Studie untersuchte die Zufriedenheit der Jugendlichen in Weiz, ihre Wünsche und ihre Pläne für ihren zukünftigen Wohnort.

Foto © AP/Sujet
Neun von zehn Jugendlichen zwischen 12 und 20 Jahren, die in Weiz leben oder hier ihre Ausbildung machen, sind Mitglieder in irgendeinem sogenannten "sozialen Netzwerk" im Internet - etwa "Facebook" oder "Myspace" oder Ähnlichem. Ältere Jugendliche sind sogar in mehreren solchen Netzwerken vertreten.
Das ist eigentlich kein überraschender Wert, er entspricht dem österreichischen Durchschnitt, wie Jugendkulturforscher Manfred Zentner sagt. Sein Institut "jugendkultur.at" befragte im Auftrag der Stadt 200 Jugendliche (siehe Infobox und Interview).
Was machen Weizer Jugendliche noch in ihrer Freizeit? Neben Telefonieren und SMS schicken lesen die Mädchen gerne, während die Burschen deutlich mehr Sport betreiben. Einen guten Bekanntheitswert haben Schwimmbad und Eishalle, jedoch wird das Schwimmbad am häufigsten genutzt, danach kommen schon Lokalbesuche. Genutzt von den Angeboten wird am häufigsten der "Schwobn", ein Treffpunkt am Weizberg. Das Jugendhaus kennen nur 40 Prozent der Befragten, dafür wird es von weit mehr als die Hälfte derer, die es kennen, auch genutzt.
Den befragten Mädchen fehlen vor allem Einkaufsmöglichkeiten wie H&M oder New Yorker, den Burschen fehlen Elektrofachgeschäfte. Auch wünschen sie sich einen öffentlichen Internetzugang und freie Räume (etwa Cafés), in denen sie von Erwachsenen nicht gestört werden. Mädchen wünschen sich vor allem einen reinen Mädchentreff. Erstaunlich für Zentner, der Studien in vergleichbaren Städten gemacht hat, dass mehr als 62 Prozent auch als Erwachsene in Weiz bleiben möchten.
Als nächsten Schritt will der Weizer Jugendreferent Erwin Eggenreich mit Jugendlichen ein Angebot erarbeiten. "Für die Stadt soll das eine Handlungsrichtlinie sein", sagt er. Ziel der Studie war eine Bestandsaufnahme und Visionen für die Zukunft. "Wichtig ist, dass die Jugendlichen zufrieden sind. Je zufriedener, desto eher bleiben sie hier und desto weniger machen sie Stress", sagt Eggenreich.
Features
WIE TICKT DIE JUGEND?
Der Verein "jugendkultur.at" befragte im Dezember 2009 und im Jänner 2010 200 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 20 Jahren. Die Jugendlichen mussten nicht unbedingt in Weiz leben, aber hier in irgendeiner Form beschäftigt sein oder in die Schule gehen.
Die Jugendlichen wurden repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Ausbildungsstand ausgewählt.
Mit den Jugendlichen wurden Interviews geführt und zwar bei Schulen, im öffentlichen Raum, in Lokalen und unter Lehrlingen bei der Andritz.
Gefragt waren die Nutzung des Angebots, ihre Wünsche und ihre Zufriedenheit in Weiz.
Die Ergebnisse wurden gestern Abend in Weiz präsentiert.








