Maiswurzelbohrer wird zunehmend zum Problem
Der Maiswurzelbohrer wird zunehmend zum Problem. Strengere Auflagen bei der Beizung des Saatguts sollen Bienensterben verhindern. Erst wenige setzen auf Bekämpfung durch Fruchtfolge.

Foto © APA/Sujet
Er ist nur etwa fünf Millimeter lang, aber er ist überall - zumindest schon auf allen Ackerflächen des Bezirkes: der Maiswurzelbohrer. Das größte Problem sind die Larven des Käfers, die sich unterirdisch regelrecht in das Wurzelgewebe einbohren und die Maispflanzen schädigen, was bei entsprechender Populationsdichte zu totalen Ernteausfällen führen kann.
"So stark, dass es im Bezirk schon wirtschaftlich relevante Ausfälle gegeben hätte, ist der Maiswurzelbohrer bei uns noch nicht vertreten", kann Christine Greimel, Pflanzenbauberaterin für den Bezirk Weiz, zwar noch entwarnen. Da die Käfer aber jährlich etwa 40 Kilometer zurücklegen, sei mit wachsendem Zustrom zu rechnen.
Wirksame Mittel gegen die Plage gibt es laut Greimel nur zwei: Entweder die Landwirte betreiben Fruchtfolge, bauen im darauf folgenden Jahr also nicht wieder Mais auf ein und derselben Fläche an oder sie müssen speziell gebeiztes Saatgut verwenden. Genau diese Beizmittel aber sorgten in der Vergangenheit für ein Bienensterben, woraufhin sie in manchen EU-Ländern verboten wurden. Nicht so in Österreich. Hier darf auch heuer wieder gebeizt werden, wenn auch unter strengeren Auflagen, wie aus dem aktuellen Entwurf zur neuen steirischen Sägeräte-Verordnung von Agrarlandesrat Johann Seitinger hervorgeht.
Verbot gefordert
"Die neuen Auflagen für die Sätechnik und Ausbringung sind sehr streng, zum Beispiel darf die Abluft mit dem Wirkstoff nicht mehr einfach in die Atmosphäre gelassen werden, sondern es wird mit einem pneumatischen Saugluftabzug gearbeitet", sagt Greimel. So sollte das Risiko für die Bienen fürs Erste eingedämmt werden. Vor allem die steirischen Grünen aber stoßen sich an Seitingers Entwurf und fordern ein Verbot der besagten Beizmittel und eine verpflichtende Fruchtfolge.
Auch Greimel meint, dass in spätestens einigen Jahren, wenn der Maiswurzelbohrer in höherer Populationsdichte vorkommt, kein Weg mehr an der Fruchtfolge vorbeiführen wird: "Das ist immer noch das beste Mittel gegen den Schädling". Bisher allerdings setzten die steirischen Maisbauern noch nicht in großem Stil auf Fruchtfolge: Auf 70 Prozent der Ackerflächen, auf denen 2008 Mais angebaut wurde, wurde auch 2009 Mais angebaut. Und: "Auch heuer wird sicher wieder sehr viel Mais auf Mais folgen. Solange der Schuh noch nicht so extrem drückt, wird eben selten umgedacht", so Greimel.
Features
Kommentar
Fakten
Der Maiswurzelbohrer gehört wie zum Beispiel auch der Kartoffelkäfer zur Familie der Blattkäfer.
Er wurde ursprünglich von Amerika nach Südosteuropa eingeschleppt und verbreitet sich seither zusehends.
In der Lombardei wurden 2009 durch den Schädling mindestens 30 Prozent der Ernte vernichtet. In den USA werden jährliche Ernteausfälle in der Höhe von rund einer Milliarde US-Dollar verzeichnet, daher kommt der Beiname: "Eine-Milliarde-Dollar-Käfer".










