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Zuletzt aktualisiert: 28.11.2009 um 21:36 UhrKommentare

Krisenstimmung führt zu regionaler Solidarität

Gemeinsam für andere da sein - diesem Gedanken entsprang die Idee für die Solidarregion Weiz. Diese findet nicht nur in der Region Anklang.

Die Krise auch als Chance sehen - seit rund einem Jahr wird dieser Spruch in den verschiedensten Bereichen fast gebetsmühlenartig wiederholt. In Weiz kennt man mittlerweile die Tragkraft dieser Worte, entstand dort durch eine andere Krise doch eine Institution, die mehr und mehr den Zeitgeist trifft: die Solidarregion Weiz.

Als im Jahr 2005 in Weiz rund um den Verkauf der Hydro-Sparte der VA Tech an die 900 Arbeitsplätze auf dem Spiel standen, gingen viele Menschen der Region aus Solidarität auf die Straße und diskutierten die "Globalisierung an der Basis". Allein dabei blieb es nicht: Aus der Weizer Pfingstvision heraus entwickelte sich der Gedanke einer eigenen Bewegung, die sich für Belange einsetzt, deren Ursprung in der Globalisierung liegt.

Von Anfang an wollte die Solidarregion aber nicht nur diskutieren, sondern auch handeln: So entstanden zwölf Leitprojekte, die zu einem Großteil bereits in Umsetzung sind. Diese umfassen die Förderung regionaler Direktvermarkter, Infokampagnen zu Fair-Trade-Produkten, die Verleihung des Solidarpreises, die am Freitag stattfand (siehe links untern), oder auch den "Solidarkredit" beziehungsweise das "Solidarsparbuch".

Bei Letzteren geht es um gelebte Solidarität: Zwei Banken im Bezirk Weiz gewähren Unternehmen einen Kredit ohne Bankenspanne, wenn damit Arbeitsplätze für arbeitslose Menschen ab 50 Jahren geschaffen werden. Im Gegenzug verzichtet der Besitzer eines "Solidarsparbuchs" auf einen Teil seiner Zinsen zugunsten des "Solidarkredits". Durch die Finanzkrise fehle derzeit aber das nötige Interesse, wie Andreas Rath vom Leitungsteam der Solidarregion erzählt. "Das Interesse an der Region ist aber seit Beginn der Krise enorm angestiegen", sagt Rath, wie das Beispiel Hartberg zeigt.

Um auch Unternehmen für die Ziele der Solidarregion zu gewinnen, werden seit dem Vorjahr sogenannte "Solidarbetriebe" ausgezeichnet. Dabei verpflichten sich die Betriebe für einen wertschätzenden Umgang mit ihren Mitarbeiten und dazu, Mitverantwortung in der Region zu übernehmen. Zu den zwölf Solidarbetrieben gehören so namhafte Unternehmen wie KWB aus St. Margarethen/Raab oder auch Binder & Co. aus Gleisdorf.

ROBERT BREITLER

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