Kurioses rund um den Marathon: Auch ein Eisbär lief mit
Wer schreibt die außergewöhnlichsten Geschichten? Richtig, der Marathon! So auch die von Wolfgang Niegelhell.

Foto © KLZ/FuchsPremiere beim Graz Marathon - ein Eisbär war am Start
Der Applaus der Leute am Streckenrand hat mich angetrieben. Die Stimmung war großartig", strahlte Wolfgang Niegelhell im Ziel vor der Grazer Oper. Nach 2:10:50 Stunden hatte der 43-jährige Weizer seine Halbmarathon-Premiere mit Bravour erledigt. 21,1 Kilometer lief der bekannte Panflötenspieler - betreut von Cornelia Albrecht und auf der Strecke geführt von Josef Hadolt - in völliger Dunkelheit. Wolfgang Niegelhell ist seit seinem 26. Lebensjahr blind. Eine Infektionskrankheit hat ihm das Augenlicht genommen.
Der Halbmarathon war aber nur ein Aufwärmen. Ab 18. November läuft Wolfgang Niegelhell für die Initiative "2 Beine für 4 Pfoten" durch ganz Österreich. Niegelhell will eine Blindenhund-Stiftung ins Leben rufen. In zehn Tagen - Start und Ziel (28. November) sind in Graz - warten auf Niegelhell und seine 20 Staffel-Kollegen rund 2000 Kilometer. Er selbst will auf dieser Tour rund 300 Kilometer herunterspulen. Was Wolfgang Niegelhell am Laufsport fasziniert? "Laufen befreit den Kopf. Ich war von Anfang an begeistert", schildert der Oststeirer, der zudem zweifacher österreichischer Vizemeister im Versehrtensport ist.
Es ging tierisch zu
Was ihn derzeit besonders stolz macht? "Am 11. November gibt es einen Papstbesuch in Rom, der Heilige Vater segnet unser Friedenslicht", erzählt der Musiker, der auf eine weitere Besonderheit verweisen möchte: "Mein Blindenhund, Colima, hat eine berühmte Verwandtschaft. Sie ist eine Cousine von Kommissar Rex - von der ersten Staffel."
Schäferhündin Colima war am Sonntag nicht mit von der Partie, dennoch ging es richtig tierisch zu. Da war doch tatsächlich ein Eisbär im Rennen! Auch diese Einlage diente einem guten Zweck. Greenpeace wollte einmal mehr auf den globalen Klimawandel aufmerksam machen. Eine wirklich schweißtreibende Angelegenheit - speziell für den Eisbären...
Stichwort Aufmerksamkeit: Um diese baten die beiden Moderatoren des Graz-Marathons - Markus "Gonzo" Renger und Wolfgang Ortner - nicht nur einmal. Einmal war es aber besonders amüsant. Denn kaum hatte Ortner von seinem kuriosesten Graz-Marathon-Erlebnis erzählt - der Fund eines Gebisses, das bis heute nicht abgeholt worden ist -, wurde der Besitzer einer abgegebenen Zahnspange gesucht. Was nur beweist: Am Marathon hat sich schon so mancher Läufer die Zähne ausgebissen...
Zurück zu jenen, die ein wahres Schicksal zu meistern haben. Während Wolfgang Niegelhell am Sonntag seine Graz-Premiere gefeiert hat, sind Francis und James Karanja unterm Uhrturm bereits Stammgäste. Francis hält in 1:10:02 Stunden den Halbmarathon-Weltrekord für Blinde. Am Sonntag kam das kenianische Brüderpaar bis auf 47 Sekunden an den Weltrekord heran. Magenprobleme verhinderten eine neue Bestmarke. Dazu hatte Francis einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften. Im Juli ist seine an Herzproblemen leidende Frau verstorben. Francis' zweijähriges Kind wächst jetzt bei den Großeltern auf.










