Meisterschaft nach flauem Start mit Haydn
Der russische Geiger Valery Oistrach in Weiz.

Foto © APA/SujetValery Oistrach machte seinem Großvater David nicht nur Ehre
Das Steirische Kammermusikfestival lud zum Duoabend mit Valery Oistrach (Enkel des legendären David) und dem Pianisten Francesco De Zan in die Weizer Taborkirche.
Eingangs war eher Schlimmes zu befürchten: Zur ohne Witz und Anmut im Gedenkjahr heruntergespulten Haydn-Pflichtlektion und einer gar nicht differenziert klingenden, ziemlich langen Anton-Rubinstein-Sonate kontrastierte der zweite Teil in erfreulichster Weise.
Ausgefeilte Details
Was gab's da doch an ausgefeilten Details zu goutieren, wie fügten sich die einzelnen, teilweise größte Virtuosität abverlangenden Sätze zum Ganzen, wie klang das Klavier plötzlich nicht mehr derb und unförmig! Und welch eleganter Strich, hier weicher Schmelz, dort viril-fordernde Dominanz. Und all dies in ausgewogenster Balance! Was war nur geschehen?
Waren die beiden Stücke im ersten Teil nicht ausgereift genug, zu wenig geprobt gewesen? Oder hatten sich die Künstler für Camille Saint-Saëns' beiden Instrumenten alles an Kraft und Virtuosität abverlangender erster Sonate, der das zauberhafte Opus 4 von Felix Mendelssohn Bartholdy vorangegangen war, einfach "geschont"? Ganz zu schweigen von der Spannungskumulation bei Tommaso Antonio Vitalis "Ciaccona" als Zugabe.









