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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2009 um 22:47 UhrKommentare

Wir leben auf zu großem Fuß

"Info-Art" der Caritas in Weiz: Neben einer Kunstausstellung wurde informiert und diskutiert.

Foto © APA

Hans Putzer zieht sein Sakko aus. Zu sehr rege ihn das Thema auf, sagt der Autor, der im Rahmen des Caritas-Projektes Info-Art nach Weiz gekommen ist. Das Thema war Migration und Putzer versuchte, ein Dilemma aufzuzeigen: Migranten werden gerne verteufelt, ohne zu bedenken, dass viele durch den westlichen Lebensstil und die ungerechte Ressourcen-Verteilung zur Migration gezwungen werden: "99,9 Prozent flüchten nicht freiwillig", so Putzer.

Jeder sei dazu aufgefordert, seinen ökologischen Fußabdruck (siehe Infobox) zu verkleinern -sei es beim Wohnen, in der Mobilität oder beim Essen, wo er das größte Potenzial ortet. An heimischen Bio-Lebensmitteln und Fair-Trade-Produkten führe kein Weg vorbei. Bei der Podiumsdiskussion veranschaulichte Georg Stühlinger, Leiter des Weizer Sicherheitsreferates, die Schwierigkeiten der Fremdenpolitik im Alltag. "Oft mangelt es an Verständnis", sagte er.

Kopftuchträgerin. Ihm selbst sei es zum Beispiel nicht gelungen, einer muslimischen Kopftuchträgerin mit höherer Bildung einen Putzfrauen-Job in der Region zu vermitteln. "Wir müssen auch ans Positive glauben", sagte Martin Löschberger von der Caritas-Regionalstelle Hartberg. Sein Beispiel: Nach der anfänglichen Skepsis gegenüber einer afrikanischen Großfamilie in Lafnitz, versuche die Bevölkerung nun mit allen Mitteln, die Familie dortzubehalten.

SONJA SCHREI

Fußabdruck

FLÄCHE. Der ökologische Fußabdruck gibt in Hektar an, wie viel der nutzbaren Erdoberfläche jeder zur Befriedigung seiner Bedürfnisse braucht.

VERTEILUNG. Gerecht aufgeteilt, stünden jedem im Schnitt 1,8 Hektar "Erde" zu. Ein Österreicher verbraucht ca. 4,9 Hektar.

ZU VIEL. Am 31. 12. 1986, dem World Overshoot Day, wurde erstmals mehr verbraucht, als die Erde hergibt.

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