Die Landkarte ist noch nicht ganz genfrei
Die freiwillige Verzichtserklärung für Gentechnik wurde seit April von 1500 Bauern und Kleingärtnern unterzeichnet. Nur im Südosten, dort wo Mais- und Schweinebauern vorherrschen, gibt's Lücken.

Foto © APADie Steirer legen der Gentechnologie einen Riegel vor
Die Aktion der Bio Ernte Steiermark in Kooperation mit der Kleinen Zeitung ist ein Riesenerfolg. Die Steirer warten nicht auf ein Gesetz oder eine politische Entscheidung, was die Zukunft der Gentechnik betrifft. Sie verzichten schon im Vorfeld auf den Einsatz der höchst umstrittenen Materie. Nur noch in sieben Bezirken, genauer gesagt in 26 Gemeinden, gibt es Fleckerl, die noch nicht freiwillig auf Gentechnik verzichtet haben.
Freie Zonen
Wer die Erklärung unterschreibt und abschickt, dem wird garantiert, dass 1000 Meter um das Grundstück herum keine Gentechnik angebaut wird.
Herbert Kain, Obmann von Bio Ernte Steiermark setzt nun noch einmal alle Hoffnung auf die Kleingärtner, "denn das sind Liebhaber, die wollen Gentechnik nicht, die wollen beste Qualität." Kain hat nämlich eine Vermutung, warum gerade der Südosten des Landes mit den gewaltigen Maisfeldern und den großen Schweinebetrieben noch rote Flecken auf der Landkarte bildet. "Die Bauern dieser Region betreiben Intensiv-Ackerbau und haben größte Ertragsprobleme. Da will man sich natürlich ein Fenster offen lassen." Offenbar sogar in Richtung Gentechnik. Dennoch glaubt Kain, dass die Gentechnik-Karte binnen weniger Wochen grasgrün sein wird. "Eine Co-Existenz mit der Gentechnik ist nicht möglich, und international können wir bei unseren geringen Produktionsmengen sowieso nie mithalten. Für uns kann es also nur das Wichtigste sein, frei zu bleiben. Frei von Großkonzernen." Und frei von Gentechnik.
Um ganz sicher zu gehen, bitten wir all jene Steirer, die Gärten besitzen - oder eine Landwirtschaft - , die freiwillige Gentechnik-Verzichtserklärung (siehe links) auszuschneiden, zu unterschreiben und an den Bio Ernteverband zu schicken. Als kleines Dankeschön gibt's eine entsprechende Tafel, ein Päckchen Saatgut und die Gewissheit, dass im Umkreis von 1000 Metern rund um ihren Garten niemand Gentechnik anbaut. Denn genau diese "Bannmeile" bewirken Sie mit Ihrer Unterschrift. Dafür schon jetzt: ein großes Dankeschön.
Features
Die Gentechnik
Als Gentechnik bezeichnet man jene Methoden, die gezielte Eingriffe auf das Erbgut ermöglichen. Als Produkt entsteht eine DNA, mit der gentechnisch veränderte Organismen (GVO) hergestellt werden. In der EU besteht Kennzeichnungspflicht.
Zum Thema
Interview
Gesetzeslage
In Österreich darf kein gentechnisch verändertes Saatgut angebaut werden. Ein Antrag, das zu ändern, wurde erst im März auf EU-Ebene abgeschmettert. Neue Anläufe sind aber möglich. Der Import von gentechnisch verändertem Futtermittel ist derzeit erlaubt.
Naturschutz & Bio
Deklarierte Biobetriebe haben sich ohnehin bereits zur Gentechnik-Freiheit bekannt. Auch Naturschutzzonen - inklusive die Pufferzonen - sind von der Gefahr des Anbaus ausgenommen. Insgesamt haben 5000 Bauern die Erklärung unterschrieben.









