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    Zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 um 00:18 UhrKommentare

    Breite Mehrheit für Verhandlungen

    Rund 600 Weizer Pflichtschullehrer trafen sich am Donnerstag in Weiz zur Dienststellenversammlung. Die Informationspolitik des Unterrichtsministeriums wurde bemängelt, Verhandlungen aber befürwortet.

    Foto © APA

    Informationen - das war das Wichtigste, das sich die Pflichtschullehrer des Bezirks am Donnerstag bei der Dienststellenversammlung im Weizer Volkshaus erwarteten. Die Gewerkschaft wiederum erwartete sich bei ihren Verhandlungen mit Bundesministerin Claudia Schmied Rückendeckung von der Basis. Und diese bekam sie.

    600 bei Versammlung. Rund 600 der 820 Pflichtlehrer des Bezirks kamen zur Versammlung. Bernhard Braunstein, Vorsitzender des Dienststellenausschusses: "Das ist eine sehr gute Beteiligung. Von ein paar Schulen gab es aber Anrufe, dass die Lehrer nicht früher die Schule verlassen können." Denn ohne Einverständnis der Erziehungsberechtigten müssen Lehrer bis zum stundenplanmäßig vorgesehenen Unterrichtsende die Schüler beaufsichtigen. "Bei mir hat heute kein Schüler die Unterschrift der Eltern vergessen", erzählte ein Weizer Lehrer lächelnd. Bedeutete diese doch, dass die Schüler früher nachhause gehen durften.

    Unterreicht. Um den Unterricht drehte es sich auch bei der Veranstaltung. Und zwar um die von Ministerin Schmied geforderten zwei zusätzlichen Unterrichtsstunden. "Wir haben schon vierzig Wochenstunden", sagte Herwig Panhofer, Lehrer an der Volksschule Falkenstein. "Leider haben die wenigsten Leute eine Vorstellung davon, was man als Lehrer alles machen muss", beklagte eine Lehrerin der Hauptschule Sinabelkirchen. "An unserer Schule haben wir Notebook-Klassen. Um ständig auf dem Laufenden zu sein, komme ich mit den 40 Stunden pro Woche gar nicht aus", fügte sie hinzu.

    Mehr als Unterricht. Neben dem Unterricht müssten Lehrer auch Sozialarbeit und Erziehungsarbeit leisten, sowie gewisse Werte vermitteln. Dazu kämen noch unentgeltlich zu leistende Supplierstunden und Dienstbesprechungen. "Deswegen ärgert es mich, dass wir nun als faule Teufel dargestellt werden", sagt Panhofer. Auch hinke der ständige Vergleich mit Ländern wie Finnland oder Schweden. "Man kann nicht alle über einen Kamm scheren", sagt Braunstein.

    Solidarbeitrag. Durch die Dienstrechtsreform 2001 hätten die Lehrer bereits einen Solidarbeitrag zu leisten gehabt. "Wir mussten damals rund 110 Millionen Euro einsparen", sagt Braunstein. Auch jetzt sei man nicht abgeneigt, über Veränderungen zu reden. "Aber es redet keiner mit uns", bemängelt Braunstein. So habe man bis heute kein Reformkonzept erhalten.

    Verhandlungen. Trotzdem setzt die Gewerkschaft weiterhin auf Verhandlungen. Nach der rund eineinhalbstündigen Versammlung sprachen sich fast 90 Prozent der Anwesenden auch dafür aus. "Wenn nichts dabei rauskommt, könnte auch gestreikt werden", hält Braunstein fest. Nicht unbedingt die optimale Lösung, wie ein anderer Lehrer anmerkt: "Wenn wir streiken, sagen die Leute: ,Die Lehrer arbeiten eh so wenig.' Wenn man dann privat mit jemandem spricht, sagt jeder: ,Beneiden tue ich euch nicht.'" Ein weiteres Dilemma.

    ROBERT BREITLER

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