Vier Postämter vor der Schließung
In St. Ruprecht, Passail, St. Margarethen und Rettenegg sollen noch heuer die Postämter schließen. Postpartner sollen die Leistungen übernehmen. Auch in Feistritz und Laßnitzthal sind Postpartnerstellen geplant.

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Nie haben wir geglaubt, dass unser Postamt auch auf der Liste steht", sagt Herbert Pregartner, Bürgermeister von St. Ruprecht an der Raab. Doch auf der gestern von der Post AG veröffentlichten Aufstellung scheint auch St. Ruprecht als einer der Orte auf, wo heuer das Postamt geschlossen werden soll. Als Ersatz soll im Ort ein Postpartner gefunden werden. "Für uns ist das völlig inakzeptabel", fügt Pregartner hinzu.
Von der Schließung betroffen. Im Bezirk Weiz ist nicht nur das Postamt in St. Ruprecht von der Schließung betroffen. In drei weiteren Gemeinden sollen die Leistungen der Post künftig von Postpartnern übernommen werden: in Passail, Rettenegg und St. Margarethen an der Raab.
Kostendeckung. Für Johann Glettler, Bürgermeister von St. Margarethen, kommt die Ankündigung ebenfalls überraschend. "Das haben wir nicht erwartet", sagt Glettler. Wie seine Amtskollegen hat er von der Schließung erst gestern durch einen Brief von der Post erfahren. "Darin steht, dass unser Postamt schon längere Zeit nicht kostendeckend ist", erzählt Glettler. Er zitiert das Schreiben: "Für den Fall, dass es uns gemeinsam nicht gelingt, diese Kostendeckung verlässlich sicher zu stellen, wollen wir die Postfiliale dieses Jahr in eine neue, modernere Form der Poststelle, in einen lokalen Postpartner tauschen." Für Glettler eine unangenehme Situation. "Vielleicht wird das Postamt also nicht geschlossen, wenn wir die Miete senken", sagt Glettler, "andererseits wartet der private Handel schon darauf, Postpartner zu werden."
Interessenten für die neue Poststelle. Ähnlich sieht es der Passailer Bürgermeister Günter Linzberger: "Die Post spielt so den Ball weiter an die Gemeinden. Im Endeffekt wird die Gemeinde schuld sein, wenn das Postamt schließt", sagt Linzberger. In Passail gibt auch schon einen ersten Interessenten für die neue Poststelle: Andreas Reisinger, der im Zentrum von Passail ein Einkaufszentrum betreibt. "Ich würde das bestehende Service übernehmen", sagt Reisinger. "Das System der Postpartner ist gut, es muss aber die Qualität und das Service aufrechterhalten werden", fügt Reisinger hinzu.
Postpartnerschaften. Anders sieht das Johann Ziegerhofer, der Bürgermeister von Rettenegg: "Wir müssen mit der Post durchsprechen, welche Variante die beste ist. Am besten für Rettenegg wäre es natürlich, wenn die Post erhalten bleibt." Aber nicht nur in den Orten, wo Postämter geschlossen werden, sollen Postpartnerschaften entstehen. Auch in Laßnitzthal und in Feistritz bei Anger sind neue Poststellen geplant. Für Franz Neuhold, den Bürgermeister von Feistritz, stellt sich dabei die Frage, ob das durch die Nähe zum Postamt in Anger Sinn macht.







