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Zuletzt aktualisiert: 07.02.2009 um 23:21 UhrKommentare

Finken, wohin man schaut

Im Bezirk Feldbach sorgte ein Millionenschwarm von Bergfinken für großes Aufsehen. Aber auch in den Bezirken Hartberg und Weiz lassen sich nun Schwärme nieder.

Helmut Haar erforscht seit Jahren die Gewohnheiten der Bergfinken

Foto © Johann SchleichHelmut Haar erforscht seit Jahren die Gewohnheiten der Bergfinken

Millionen Bergfinken, die sich vor wenigen Wochen im oststeirischen Lödersdorf (Bezirk Feldbach) niedergelassen haben, um dort zu überwintern, sorgten unter der Bevölkerung für großes Aufsehen (wir berichteten). Auch in den Bezirken Weiz und Hartberg wurden dieser Tage des öfteren einzelne Finkenschwärme beobachtet, die sich hungrig auf Futterplätze in Nachbars Garten stürzten: "Binnen kürzester Zeit war das Vogelhäuschen leer gefressen", berichtet ein Weizer, der die Finken-"Invasion" in seinem Garten beobachtete.

Auf Futtersuche. "Die Bergfinken entfernen sich von ihrem gemeinsamen Schlafplatz oft 50 bis 60 Kilometer weit, wenn sie sich auf Nahrungssuche begeben", erklärt der Vogelkundler und Mitinitiator des "Oststeirischen Birdlife-Stammtisches" Otto Samwald. Die Tiere, die aus den Nadelwäldern Skandinaviens kommen, bevorzugen als Futter vornehmlich Bucheckern.

Vogelfutter. "Wenn es aber für längere Zeit eine geschlossene Schneedecke gibt, dann nehmen sie natürlich auch Vogelfutter an", so Samwald. Immer wieder werden aber auch tote Bergfinken auf der Straße gefunden. "Wenn Autos auf dichte Schwärme treffen und durch sie hindurchfahren, passiert es leider immer wieder, dass die Tiere schlichtweg überfahren werden", so Samwald. Eine weitere Gefahr für die zierlichen Tiere stellen größere Greifvögel dar, für die sie eine willkommene Beute sind. Im Schwarm sind die Gäste aus dem hohen Norden aber besser vor Beutegreifern geschützt und deshalb ziehen sie auch gemeinsam auf Nahrungssuche, wie Samwald betont.

Untersuchungen. Zusammen mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften werden in der Oststeiermark Untersuchungen über das Verhalten der Zugvögel durchgeführt und die Bergfinken im Zuge dieses Projekts auch beringt. Samwald rechnet damit, dass die Finken noch bis März in der Region verweilen werden. Gibt es zuvor noch einen Kälteeinbruch, könnten die Tiere aber auch noch in südlichere Gefilde weiterziehen.

ALEXANDRA WEITZER, PETER SEMBACHER

Kommentar

Alexandra WeitzerLohnend von Alexandra Weitzer

Fakten

Der Bergfink (lateinisch Fringilla montifrigilla) wird 15 Zentimeter groß. Schulter und Brust sind hellorange-braun und gelb. Im Winter ist das Habitat meist ein Buchenwald, wo die Bergfinken Sämereien und Bucheckern, aber auch Insekten als Nahrung finden. Im Bezirk Feldbach wurde im Jänner ein Massenschlafplatz von Finken entdeckt. Dort zählte man rund vier Millionen Vögel.

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