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Zuletzt aktualisiert: 19.09.2008 um 05:00 UhrKommentare

Die Teuerung schlägt Löcher in den Straßenbau

In nur drei Jahren sind die Baukosten um ein Viertel gestiegen. Das Land setzt Projekte auf die Warteliste. Fast 40 Prozent der Landesstraßen gehören aber dringend saniert.

39 Prozent der Straßen werden nach dem Schulnotensystem mit einem Nicht genügend beurteilt

Foto © APA39 Prozent der Straßen werden nach dem Schulnotensystem mit einem Nicht genügend beurteilt

Die Teuerung treibt nicht nur Spritpreise in lichte Höhen, sie reißt auch ein großes Loch in das Budget für die ohnehin schon löchrigen Landesstraßen. Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (VP) schlägt Alarm: Die Baukosten sind laut Index der Statistik Austria innerhalb von nur drei Jahren um 25 Prozent gestiegen, das Budget für Bau und Erhaltung der Straßen freilich nicht. Die Konsequenz laut Edlinger-Ploder: "Wir können nur weniger und langsamer bauen. Einige Vorhaben werden auf die Warteliste gesetzt."

Umfahrung Hausmannstätten. Konkret betrifft das die Umfahrung Hausmannstätten, für andere Projekte wie den Südgürtel in Graz und die Umfahrung Weiz sieht Edlinger-Ploder nur durch das PPP-Modell (Public Private Partnership) eine echte Chance.

"Alltagsbudget". Dabei spricht die Landesrätin von ihrem "Alltagsbudget, der Pflicht und nicht der Kür". 2007 und 2008 stehen dem Ressort jeweils 81 Millionen Euro für Straßen zur Verfügung, der Anteil eines Sonderinvestitionsprogrammes ist da bereits eingerechnet. Bei gleich bleibender Entwicklung wäre dieses Budget im Jahr 2010 um ein Drittel weniger wert, erklärt Edlinger-Ploder: "Um diesen Anteil schrumpfen auch unsere Möglichkeiten."

Hintergrund des Alarmrufes sind die angelaufenen Budgetverhandlungen im Land für die Jahre 2009 und 2010. Das Verkehrsressort meldet nach interner Berechnung einen Bedarf von 140 Millionen jährlich an; ein unrealistischer Wunsch, wie auch Edlinger-Ploder weiß. 100 Millionen seien aber das Minimum.

39 Prozent "Nicht genügend". Wer den Zustand der Landesstraßen kennt, versteht die Sorge. 39 Prozent, so belegt ein Papier der zuständigen Fachabteilung, werden nach dem Schulnotensystem mit einem Nicht genügend und damit als dringend sanierungsbedürftig beurteilt. Bei weiteren 10,6 Prozent ist die Qualität des Belages gerade noch ausreichend. Ein Fall für sich sind die Brücken, von denen die meisten in den Jahren 1960 bis 1985 errichtet wurden. 700 von 3151 Anlagen müssen in den nächsten zehn Jahren überholt werden. Geschieht das nicht rechtzeitig, kann es die Sperre einer gesamten Route zur Folge haben.

HANNES GAISCH

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