In der Gastronomie fehlen die Fachkräfte
Fachkräfte zu bekommen, wird immer schwieriger. Das berichtet ein Lokalbetreiber aus der Region. Gründe dafür sind ein Mangel an Fachkräften sowie die niedrige Arbeitslosenquote im Bezirk.

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Beinahe makellos präsentiert sich die aktuelle Arbeitslosenstatistik im Bezirk Weiz. Ende April lag die Arbeitslosenrate bei nur drei Prozent - 2,6 Prozent der Männer und 3,6 Prozent der Frauen im Bezirk waren beschäftigungslos. "Für Ende April ist das der niedrigste Wert, den wir je erreicht haben. Im Sommer sinkt die Arbeitslosenrate erfahrungsgemäß noch weiter", erklärt Günther Reitbauer, Leiter der AMS-Außenstelle in Weiz.
Gefahren. Doch die ausgesprochen positive Entwicklung birgt auch Gefahren in sich, wie Reitbauer betont: "Wir sind derzeit in einer Situation, dass wir relativ wenige Arbeitslose vorgemerkt haben. Dadurch kann es vorkommen, dass wir Betriebe, die auf Mitarbeitersuche sind, teilweise nicht mehr versorgen können." Besonders angespannt dürfte die Situation im Gastgewerbe sein, wo bereits von einigen Gastronomen bedauert wird, dass sie keine neuen Arbeitskräfte finden. "Das Potenzial ist nicht mehr da, weil viele arbeiten gehen. Insgesamt gibt es fast keine Arbeitskräfte mehr für das Gastgewerbe", erklärt Andreas Schlemmer von der Wirtschaftskammer Weiz.
Saison. Was die Zahlen belegen: Aktuell sind beim AMS sieben Männer und sechzehn Frauen gemeldet, die einen Job im Gastgewerbe suchen, sowie vier Köchinnen und ein Koch, die Arbeit suchen. Doch die Zahlen sprechen nicht ganz die Wahrheit: "Tatsächlich ist es so, dass der Großteil davon zwar jetzt aktuell ohne Arbeit ist, aber schon ab Juli auf Saison geht und somit nicht mehr verfügbar ist", sagt Reitbauer.
Bereitschaft sinkt. Wobei nicht nur der Mangel an gelernten Kräften, sondern auch die Bereitschaft, in der Gastronomie zu arbeiten, sinkt. "In unserer Region leben die Wirte gerade vom Wochenende. Aber dann, wenn die restliche Familie frei hat, wollen die Eltern nicht arbeiten", so Schlemmer weiter.
Verzweifelter Wirt. Ein oststeirischer Gastwirt, der unerkannt bleiben möchte, kennt die Problematik genau. Er hat erst im Herbst ein Lokal eröffnet. "Ich habe zwar Stammpersonal. Aber an eine Erweiterung ist gar nicht zu denken, da ich einfach keine Mitarbeiter am freien Markt bekomme. Und das ist deprimierend, schließlich haben wir genügend Gäste, eine Erweiterung würde sich lohnen", so der Lokalbetreiber. Drei Leute sind derzeit in diesem Lokal beschäftigt, auf bis zu sieben Mitarbeiter würde der Oststeirer aber gerne aufstocken. Besonders ist der Wirt darüber verärgert, dass es aufgrund der derzeitigen Gesetzeslage nur schwer möglich ist, Menschen aus Nicht-EU-Ländern zu beschäftigen. "Auch wenn jemand arbeiten will, darf er bei einem laufenden Asylverfahren, das mehrere Jahre dauern kann, nicht beschäftigt werden", so der Wirt.
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Fakten
Aktuell sind 269 Frauen und 239 Männer (insgesamt 508) auf Arbeitssuche. Allerdings stehen tatsächlich weniger Arbeitskräfte zur Verfügung, da einige von den Vorgemerkten Verträge unterschrieben haben, die in absehbarer Zeit beginnen.
Dem gegenüber stehen derzeit 187 offene Stellen. Gesucht sind Fachkräfte in den Sparten Holz, Metall und Gastronomie.








