Fleißige Lotsen für Kröten
Um Straßen sicher zu überqueren, benötigen Kröten oft Unterstützung - wie etwa von Mitgliedern der Berg- und Naturwacht in Mortantsch.

Foto © Thomas PilchKröten sind wichtige Schädlingsvertilger und nicht zuletzt deswegen schützenswert
Nicht nur für menschliche Verkehrsteilnehmer können Straßen gefährlich sein. Jahr für Jahr werden auch tausende Kröten Opfer des Straßenverkehrs. Um den Amphibien einen sicheren Weg zu ihren Laichplätzen zu gewährleisten, setzen sich vielerorts Freiwillige ein. Sie stellen Krötenzäune samt Kübeln auf und bringen die eingesammelten Tiere sicher auf die andere Seite der Straße.
Berg- und Naturwacht. Auch in Mortantsch setzt man sich seit heuer für diese schutzbedürftigen und nützlichen Tiere ein. Die Einsatzstelle Weiz der Berg- und Naturwacht stellte mit Unterstützung der Fachabteilung 18 A des Landes Steiermark, der Gemeinde Mortantsch und der Firma Teco Plastic einen 400 Meter langen Zaun mit insgesamt 23 Fangkübel auf. "Diese werden in den Boden eingegraben, sodass die Kröten, wenn sie den Zaun entlanggehen, hineinfallen", erklärt Franz Schlögl von der Berg- und Naturwacht.
Eimer werden ausgelegt. Zwei Mal am Tag durchsuchen Mitglieder der Berg- und Naturwacht die mit Blättern und Gras ausgelegten Eimer. "Die Kröten müssen sanft hineinfallen, um sich nicht zu verletzen", erklärt Schlögl. Aber nicht immer hat man Glück und findet Amphibien an. "Beim ersten Mal war keine einzige Kröte da", erzählt Konrad Kahr, "beim letzten Mal hatte ich dann gleich 86 Stück auf einmal." Ein Kübel scheint es den Kröten besonders angetan zu haben. "In der Nummer 13 waren mehr als 20 Kröten", so Kahr weiter.
Hunderte Amphibien. Obwohl die Krötenwanderung noch drei Wochen dauert, haben die fünf "Kröten-Lotsen" - Franz Schlögl, Konrad Kahr, Peter Reithofer, Johann Pieber und Peter Hasenhütl - bereits rund 300 Kröten den Weg über die L 356 zu einem kleinen Teich getragen.
Schädlingsvertilger. Laut Fachabteilung 18 B gibt es in der Steiermark rund 400 Amphibienschutzanlagen. Neben Schutzzäunen gibt es aber auch dauerhafte Anlagen wie in Unterfladnitz, wo die Amphibien durch ein Rohr hindurch die B 64 kreuzen können. Was die kleinen Tiere so schützenswert macht, ist ihre Funktion als Schädlingsvertilger, aber auch als Nahrungsgrundlage für andere Tiere. Weiters stellen totgefahrene Amphibien eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Zweiradfahrer dar. Oder wie Naturschützer Franz Schlögl meint: "Ein jeder Frosch hat eine Berechtigung zu leben!"








