Wiedersehen mit einem Lebensretter
15 Minuten lag Thomas unter Wasser, bevor er von Walter Hertnagel gerettet wurde. Zwei Wochen später ist der 15-Jährige wieder gesund und bedankt sich bei seinem Lebensretter.

Foto © GERNOT EDER Thomas Krämer und Bademeister Walter Hertnagel
"Wenn der Bub je eine Chance hat, dann verdankt er das dem Bademeister." Das sagte einer jener Helfer, die am Freitag, dem 13. Mai, in Sinabelkirchen an einer hochdramatischen Rettungsaktion mitgewirkt hatten. Der 15-jährige Thomas Krämer aus Schönegg war im Badesee der "Siniwelt" untergegangen. War gut eine Viertelstunde unter Wasser gewesen. War von Walter Hertnagel (55) unter Aufbietung seiner letzten Kräfte vom Grund des Sees geholt worden (wir berichteten).
Dienstag, der 31. Mai. Gerade einmal zwei Wochen sind seit dem Unglück vergangen. Jetzt sitzt Thomas neben seinem Lebensretter auf jenem Steg, von wo er damals ins Wasser gesprungen ist. Ein paar Kilo leichter, noch etwas schwach auf den Beinen - "aber sonst ist er ganz der Alte", versichert Mutter Heidi Krämer. "Ich kann es noch immer nicht glauben, dass es so schnell gegangen ist", fügt Vater Karl hinzu. Die überglücklichen Eltern sind nach Sinabelkirchen gefahren, um sich bei Bademeister Hertnagel zu bedanken.
Keine Erinnerung
Aus Thomas' Gedächtnis ist der 13. Mai gelöscht. Er kennt ihn nur aus den Schilderungen seiner Freundin Nina und Kumpel Martin, mit denen er am Nachmittag ins Bad fuhr. Die anderen waren schon auf der Mittelinsel, als sie Thomas um Luft ringen sahen. Sie wollten noch helfen, doch ihr Freund versank vor ihren Augen.
Dank des unermüdlichen Einsatzes des Bademeisters und der Christophorus-12-Crew mit Notärztin Birgit Stranz-Feuchtl schlug Thomas' Herz wieder, als er ins LKH Graz geflogen wurde. Intensivstation, künstlicher Tiefschlaf. Drei Tage bangten Eltern, Schwestern und Freundin um das Leben von Thomas. Am Sonntag erste positive Signale: Der Hirndruck sank. Am Montag Beginn der Aufwachphase, am Donnerstag erste Bewegungen. Am Samstag die ersten Worte: "Mama, bist du schön!" - "Mein Mann und ich, wir haben uns nur angeschaut", erinnert sich Heidi Krämer. Als der Bub ihr tags darauf den PIN-Code für das Handy diktierte, war sie überzeugt: "Da ist nichts zurückgeblieben."
Seit Freitag ist der Oststeirer wieder daheim. Jetzt beginnen für ihn mehrere Wochen Reha, das Polytechnikum schließt er trotzdem ab. "Dann fange ich eine Lehre als Fahrzeugbautechniker an, eine Stelle habe ich schon", grinst Thomas. Seine Eltern sind mächtig stolz: "Wir haben die Hoffnung nie aufgegeben. Wir haben gleich gesagt, unser Bub ist stark, der schafft das."
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"Ich war damals völlig fertig. Ein Freund von Thomas hat mich ständig auf dem Laufenden gehalten, wie es ihm geht."
Walter Hertnagel, Bademeister







