Feinstaub-Verkehrsschilder sollen in Verkehrsfluss eingreifen
Mitte Dezember gehen auf Abschnitten der A2 und der A9 Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) in Betrieb. Sie sollen helfen, die Feinstaubbelastung zu senken.

Foto © asfinagAuf Abschnitten der A2 und der A9 gehen mitte Dezember Verkehrsbeeinflussungsanlagen in Betrieb
Man könnte sie als denkende Verkehrsschilder bezeichnen. Die so genannten Verkehrsbeeinflussungsanlagen greifen ein und senken das Tempolimit von 130 Stundenkilometern auf hundert Stundenkilometer, wenn die Feinstaubbelastung den Grenzwert überschreitet.
50 Anlagen. Insgesamt sollen bis Ende November 50 der elektronisch gesteuerten Anlagen - Überkopfanzeigen wie Seitensteher - montiert sein. An den Anschlussstellen, wie Raststationen und Parkplätzen, wird der Fahrer immer wieder über das derzeit gültige Tempolimit informiert.
Aktuelle Daten. Die Anlagen erhalten alle 30 Minuten aktuelle Daten der Luftgütemessstationen des Landes Steiermark, dazu kommen noch die meteorologischen Prognosedaten der Austro Control. Zusammen mit den Verkehrsdaten der Asfinag wird die Information ausgewertet und das Tempolimit entweder beibehalten, gesenkt oder wieder auf die gewohnten 130 Stundenkilometer umgeschaltet. Viktor Geyrhofer, Geschäftsführer der Asfinag: "Die Verkehrszeichen richten sich nach dem Verkehrsgeschehen und nicht umgekehrt. Sehr effektiv für Umwelt und Verkehr." Berechnungen zufolge dürfte die Hälfte des Jahres vom Tempolimit betroffen sein.
Verkehrszeichen. Ab 15. Dezember 2008 werden die Verkehrszeichen ganzjährig auf der Südautobahn (A2) und der Pyhrnautobahn (A9) in den Bereichen zwischen Lieboch und Sinabelkirchen und zwischen Leibnitz und Deutschfeistritz ins Verkehrsgeschehen eingreifen. Wobei die einzelnen Strecken noch einmal in die vier Korridore Nord (Deutschfeistritz bis Tunnel Gratkorn), West (Lieboch bis Graz West), Süd (Kalsdorf bis Leibnitz) und Ost (Graz West bis Sinabelkirchen) unterteilt sind. Sie werden getrennt geschaltet, um so Tempolimits in nicht betroffenen Zonen zu vermeiden.
Verkehrsfluss. Mit den VBAs soll ess nicht nur dem Feinstaub an den Kragen gehen, mit ihnen kann auch aktiv in den Verkehrsfluss eingegriffen werden. Bei Stau, Unfällen oder Glatteis kann die Asfinag schneller reagieren und die folgenden Fahrer vorwarnen.
17,5 Millionen Euro. Die Kosten für die Anlagen belaufen sich auf insgesamt 17,5 Millionen Euro. Die Steiermark ist somit das erste Bundesland mit einer ganzjährigen feinstaubabhängigen Geschwindigkeitsreduktion auf Autobahnen. Für die Bundesstraßen sind derzeit keine Tempolimits geplant.
Verbote. Ansonsten will man den Feinstaub noch mit einem Verbot von Brauchtumsfeuern im Sanierungsgebiet "Großraum Graz", einer Ausweitung der Fernwärme-Förderung und Umweltzonen nach deutschem Vorbild bekämpfen. Bei zuletzt genannten steht noch kein zeitlicher Rahmen fest. Derzeit beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe des Landes und der Stadt Graz mit der Umsetzung des Umweltzonen-Modells.









