Geschäfte, Feste und Trauerzüge
Für Pendler sind Baustellen lästig. Für Firmen ein Risiko. Und für Feste oder Begräbnisse eine Herausforderung.

Foto © PATZ "Fahre Baustellen am liebsten selber ab"
Wundern Sie sich nicht, wenn Sie eine junge Frau sehen, die den Entfernungsmesser entlang der Straße rollen lässt, im Gefolge ein paar Herren. Das könnte Eva Kröpfl sein, die an der Bezirkshauptmannschaft Weiz für den Verkehr zuständig ist.
Und: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie kurz darauf dieselbe Frau genau auf dieser Strecke herumkurven sehen. Dann schaut sich Eva Kröpfl an, ob die Umleitungsschilder, die sie verordnet hat, für alle logisch sind oder ob es nicht so manchen Autofahrer gibt, der an der Kreuzung steht und nicht mehr weiter weiß. "Dann kann es schon sein, dass wir da nachbessern", sagt sie.
Bevor die Juristin aber mit Meterzähler auf die Straße geht, setzt sie sich mit allen, für die eine Baustelle mehr als eine Verkehrsbehinderung ist, zusammen, um vorher zu klären, was zu beachten ist. "Viele Betriebe in der Region haben ,Just in Time-Lieferungen'", das heißt, sie bekommen Teile zu dem Zeitpunkt geliefert, wenn sie sie auch brauchen. "Und wenn es durch eine Baustelle zu langen Verzögerungen käme", sagt Kröpfl, "kann es sein, dass das Unternehmen einen Auftrag verliert. Wir schauen schon vorher, dass die Baustellen so verträglich wie nur möglich sind. Immerhin geht es da um Arbeitsplätze, viele Arbeitsplätze."
Das aber ist nicht alles. "Bei der Baustelle bei St. Ruprecht/Raab etwa hatten wir den Fall, dass der Kameradschaftsbund während der einseitigen Sperre der B 64 in St. Ruprecht ein Fest machen wollte - genau an der Stelle, wo die Umleitung verläuft. Das geht nicht, ich kann nicht die Umleitung sperren."
Ebenso verhalte es sich mit Trauerzügen, die bei Begräbnissen auf der "Umleitung" geführt werden. "Da hilft uns die Polizei viel, sie sperrt die Trauerzüge zwischendurch ab, damit nicht ein immenser Stau entsteht."
Eine lange Vorlaufzeit, um all dies zu klären, hat die Bezirkshauptmannschaft nicht. "Oft erfahren wir erst zwei Wochen vor Baubeginn, dass es hier und dort eine Baustelle geben wird. Dann gilt es, in kurzer Zeit all das mit Firmen, Polizei und Bürgermeistern zu klären. Aber wir sind bemüht, die Regelungen so verträglich wie nur möglich zu machen. Wir sitzen ja alle im selben Boot, wenn wir zusammenhelfen, werden wir auch die Baustellen überstehen", sagt Kröpfl. Sie ist übrigens selber Pendlerin.










