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Vom Acker in den Ofen
Biomasse soll Österreich von Importenergie unabhängig machen. Landwirtschaft, KWB und Estag ziehen an einem Strang.
Felder bestellt mit Erdäpfeln, Kürbis oder Getreide gehören zum Alltagsbild in der Steiermark. Künftig sollen auch vermehrt Äcker mit Weidenbewuchs die Landschaft prägen. Warum denn?
"Mit Biomasse aus heimischer Produktion können wir die Importe fossiler Energie reduzieren und Geld sparen", sagt der heimische Biomasse-Pionier und KWB-Miteigentümer August Raggam. Und: "Unsere Bauern können ihr Einkommen über den Anbau steigern." Die Weide ist dazu eine besonders gut geeignete Pflanze, wie Versuche und Forschungen in Irland zeigen. Der Kurzumtrieb, so der Fachausdruck für die konsequente Verarbeitung der Weidenruten, "ist die effektivste Form der Nutzung", erklärt der irische "Weidenprofessor" John Gilliland, der in Europa und Übersee ausgedehnte Weidenplantagen und Forschung betreibt. Er ist Partner des Erzeugers von Biomasse-Heizanlagen, KWB in St. Margarethen.
In der Steiermark sind derzeit 400 Hektar mit Weiden bestellt, damit können rund 1500 Einfamilienhäuser mit Heizenergie über Rohrnetze versorgt werden. Die Flächen sollen in Zukunft ausgeweitet werden. Für Landwirte lohne sich ein Anbau ab einem Hektar Fläche, erklärt Karl Mayer von der Landwirtschaftskammer. Derzeit bringt ein Hektar etwa elf Tonnen Ertrag, Ziel sind 20 Tonnen. Der Preis liegt bei etwa 75 bis 90 Euro/Tonne. Bedarf an Biomasse hat die Energie Steiermark (Estag), die neun Heizwerke betreibt. "Wir zielen auf langfristig gesicherte Liefermengen ab", versichert Estag-Vorstandssprecher Oswin Kois.
In der Verarbeitung von Biomasse ist KWB weltweit anerkannter Spezialist. Geschäftsführer Stephan Jantscher setzt bei Biomasse-Heizkesseln auf Innovation: "Technologieführer zu sein ist unser Anspruch." KWB wird 2010 einen Umsatz von 60 Millionen Euro erzielen. In St. Margarethen sind 200 Mitarbeiter in Forschung und Produktion beschäftigt, insgesamt 330 sind es mit dem Vertrieb in Europa. Die Hauptmärkte sind, sagt Geschäftsführer Erwin Stubenschrott, Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Slowenien. Als interessanter Entwicklungsmarkt gilt Chile. Vom 26. bis 29. Jänner richtet KWB in Graz die Mitteleuropäische Biomassekonferenz aus.




