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Zuletzt aktualisiert: 25.11.2010 um 20:16 UhrKommentare

Wundersame Befreiung des Almenlandes

Was wäre wenn? Im neuen Comic über das Almenland zeichnet Schriftsteller Reinhard P. Gruber ein von Massentourismus und Profitgier gebeuteltes Almenland. Weil es aber ein Märchen ist, erobern die Bewohner ihr Land zurück.

Es ist kalt auf der Teichalm. Und finster. Im Scheinwerferlicht schnaufen bereits die ersten Schneekanonen, während sich vor der Latschenhütte ein Grüppchen Leute tummelt. Man wärmt sich am knisternden Feuer und würzigem Glühmost.

Plötzlich kommen zu den Fanfaren eines Bläserquartetts der Musikkapelle Fladnitz an der Teichalm aus der dunklen Nacht drei Reiter in weißem, wehendem Gewand in den Hof geritten. Da ruft einer: "Die Eukalyptischen Reiter sind da! Ein bösen Omen?"

Nein, das war der effektvolle Auftakt zur Präsentation des Almenland Comics mit dem Titel "Die Eukalyptischen Reiter". In der Geschichte sorgen diese für frischen Wind im Almenland.

Wie es zu dem Comic kam? Enge Kontakte zwischen den Kleinregionen Schilcher- und dem Almenland führten in den vergangenen Jahren schon zu intensivem Gedankenaustausch. Irgendwann landete man beim Comic "Der Schilcherkrieg", einem Werk des steirischen Schriftstellers Reinhard P. Gruber mit Bildern von Paul Scherübel. Warum also nicht ein Comic über das Almenland machen?

Schlaraffenland

Gruber und Scherübel studierten die Region und machten sich danach an die Arbeit. Im Comic wird die Geschichte erzählt von der Veränderung des Almenlandes von einem künstlichen Schlaraffenland zu einer "Slow Region", also einer "langsamen" Region" mit heiler Natur, funktionierender Wirtschaft und zufriedenen Menschen.

Natürlich gibt es im Comic auch einen Bösewicht der das Almenland davor in eine "Schlaraffen-Alm" mit Massentourismus verwandelt hatte. Ihn heißt es zu bekehren. Denn wie es die Figur Tilly, die "schöne Tochter einer fast jungfräulichen Sennerin", ausdrückt: "Dos wos sich bei uns abspielt ist nichts anderes als der Turbokapitalismus: schnelles Geld machen, pushen, dann abhauen mit dem Zaster, zurück bleiben die Ruinen." Also beginnen sich die Einheimischen zu wehren, ihre Heimat mit Hilfe der "Eukalyptischen Reiter" wieder zurückzuerobern.

Die Dialoge sind Schrift gewordenes Oststeirisch, was die Lektüre selbst für Oststeirer nicht immer einfach macht.

Eine Kostprobe? "Slow food souwisou, oba mia geen nou vül waita-slow life! Vaschteest? Und olle Ainhaimischen san dabei", heißt es etwa. Natürlich gibt es ein Happy End: der Böse wird bekehrt, sanfter Tourismus löst den Massentourismus ab.


ALMENLAND COMIC

Die eukalypitschen Reiter, frischer Wind im Almenland" nennt sich ein neuer Comic, getextet von Reinhard P. Gruber, illustriert von Paul Scherübel.

Verkauft wird der Comic in Buchhandlungen und Trafiken, sowie im Almenland um 9,90 Euro.

Auftraggeber ist die "Almenlandwirtschaft", eine Wirtschaftsgemeinschaft im Almenland, die den Comic auch vorfinanziert hat.

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